Patientin im Pflegebett in stabiler Schräglagerung mit Lagerungskissen zur Druckentlastung.

WIKI DER AUSSERKLINISCHEN INTENSIVPFLEGE

Patientin im Pflegebett in stabiler Schräglagerung mit Lagerungskissen zur Druckentlastung.

Positionierung (Lagerung)

Positionierung – früher meist als Lagerung bezeichnet – beschreibt das gezielte und regelmäßige Verändern der Körperposition im Bett, im Stuhl oder im Rollstuhl. Der Begriff „Positionierung“ hat sich in der Fachsprache mittlerweile durchgesetzt, da er die aktive Beteiligung des Menschen stärker betont; „Lagerung“ ist als Synonym weiterhin gebräuchlich. Was auf den ersten Blick einfach wirkt, ist in der Intensivpflege eine durchdachte, planvolle Maßnahme mit gleich mehreren wichtigen Funktionen.

Welche Ziele verfolgt die Positionierung?

Sie entlastet die Haut und beugt damit Druckstellen (Dekubitus) vor, indem der Druck regelmäßig von gefährdeten Körperstellen genommen wird. Sie unterstützt die Atmung und die Belüftung verschiedener Lungenabschnitte und kann so der Bildung von Atelektasen und Lungenentzündungen vorbeugen. Sie fördert das Lösen und Abfließen von Sekret, unterstützt die Durchblutung, beugt Kontrakturen vor und kann Schmerzen und Verspannungen lindern.

Welche Positionierungstechniken gibt es?

Je nach Ziel kommen unterschiedliche Positionen zum Einsatz – etwa Seitenlagerungen (auch in schräger Form), die Oberkörperhochlagerung zur Erleichterung der Atmung, atemstimulierende oder atemunterstützende Positionen sowie spezielle Lagerungen zur Druckentlastung bestimmter Körperstellen. Bei beatmeten Menschen ist außerdem eine aufrechte Lagerung beim und nach dem Essen wichtig, um Aspirationen zu vermeiden.

Wie wird die Positionierung gestaltet?

Wie oft und in welcher Form umgelagert wird, richtet sich nach dem individuellen Risiko und Bedarf – das Spektrum reicht von häufigen kleinen Positionswechseln bis zu größeren Umlagerungen in festgelegten Abständen. Wichtig ist, dass die Positionierung schonend, sicher und für den Menschen möglichst angenehm erfolgt und dass dabei Schläuche, Kanüle, Sonden und Katheter nicht verrutschen oder unter Zug geraten. Lagerungshilfsmittel wie Kissen, Rollen und spezielle Matratzen unterstützen die richtige Positionierung. Für Angehörige, die beim Positionieren helfen möchten, sind eine gute Anleitung und rückenschonende Techniken wichtig. Die Positionierung gehört damit zu den grundlegenden und zugleich wirkungsvollsten pflegerischen Maßnahmen und vereint Dekubitusprophylaxe, Pneumonieprophylaxe und Kontrakturprophylaxe in einem durchdachten Konzept.

Siehe auch: Mobilisation, Pneumonieprophylaxe