Röntgenaufnahme des Brustkorbs mit entzündlicher Verschattung in der Lunge.

WIKI DER AUSSERKLINISCHEN INTENSIVPFLEGE

Röntgenaufnahme des Brustkorbs mit entzündlicher Verschattung in der Lunge.

Pneumonie (Lungenentzündung)

Eine Pneumonie ist eine Entzündung des Lungengewebes, die meist durch Bakterien, seltener durch Viren oder Pilze ausgelöst wird. Sie macht sich häufig durch Husten, Fieber, Atemnot, vermehrtes oder verfärbtes Sekret und ein deutlich verschlechtertes Allgemeinbefinden bemerkbar. Bei intensivpflegebedürftigen Menschen kann sie rasch zu einer ernsten Gefahr werden.

Warum sind beatmete Menschen besonders gefährdet?

Bei beatmeten, bettlägerigen oder stark geschwächten Menschen ist das Risiko, an einer Pneumonie zu erkranken, deutlich erhöht. Eine besondere Form ist die beatmungsassoziierte Pneumonie, die im Zusammenhang mit einer maschinellen Beatmung auftreten kann. Häufige Wege, auf denen Keime in die Lunge gelangen, sind ein gestauter Schleim und die Aspiration von Speichel oder Nahrung – weshalb das Schluck- und Sekretmanagement so wichtig ist.

Wie wird einer Pneumonie vorgebeugt?

In der Intensivpflege hat die Vorbeugung hohe Priorität. Wichtige Bausteine der Pneumonieprophylaxe sind:

  • regelmäßige Atemtherapie und Atemübungen
  • häufige Mobilisation und Lagerungswechsel
  • eine atemunterstützende Positionierung
  • eine sorgfältige Mundpflege
  • ein gutes Sekretmanagement mit rechtzeitigem Absaugen
  • die Vermeidung von Aspiration durch angepasste Kost und aufrechte Lagerung beim Essen.

Auch konsequente Hygiene und Händedesinfektion tragen entscheidend dazu bei.

Wie wird eine Pneumonie erkannt und behandelt?

Eine aufmerksame Krankenbeobachtung hilft, Warnzeichen früh zu bemerken – etwa Fieber, eine sinkende Sauerstoffsättigung, vermehrtes oder eitriges Sekret und eine erschwerte Atmung. Wird eine Pneumonie früh erkannt, lässt sie sich in der Regel gut behandeln, meist mit Antibiotika und unterstützenden Maßnahmen wie intensivierter Atemtherapie und Sekretmanagement. Unbehandelt kann eine Lungenentzündung für beatmete und geschwächte Menschen jedoch lebensbedrohlich werden. Vorbeugung und frühes Erkennen sind deshalb in der Beatmungspflege von größter Bedeutung.

Was ist für Angehörige wichtig?

Angehörige, die viel Zeit mit dem Menschen verbringen, bemerken Veränderungen oft als Erste – etwa wenn er müder wirkt als sonst, unruhiger atmet oder mehr hustet. Solche Beobachtungen müssen nicht selbst gedeutet werden: Wichtig ist, sie zeitnah der Pflegekraft oder dem Arzt zu melden, damit frühzeitig reagiert werden kann.

Siehe auch: Pneumonieprophylaxe, Aspiration, Hygiene und Händedesinfektion