Logopädin untersucht den Schluckakt bei einem Patienten mit Dysphagie.

WIKI DER AUSSERKLINISCHEN INTENSIVPFLEGE

Logopädin untersucht den Schluckakt bei einem Patienten mit Dysphagie.

Dysphagie (Schluckstörung)

Eine Dysphagie ist eine Störung des Schluckens. Betroffene können Speichel, Flüssigkeit oder Nahrung nicht mehr sicher vom Mund über den Rachen in die Speiseröhre transportieren. Die größte Gefahr dabei ist, dass etwas „in den falschen Hals“ und damit in die Atemwege gerät – das nennt man Aspiration.

Wodurch entsteht eine Schluckstörung?

Häufige Ursachen sind neurologische Erkrankungen und Ereignisse wie:

  • ein Schlaganfall
  • ALS
  • Multiple Sklerose
  • ein Schädel-Hirn-Trauma
  • fortgeschrittene Demenzen

Auch nach langer Beatmung und bei liegender Trachealkanüle treten Schluckstörungen häufig auf, weil der komplexe Schluckablauf beeinträchtigt ist. Die Dysphagie kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein und sowohl feste Nahrung als auch Flüssigkeiten betreffen.

Warum ist eine Dysphagie ernst zu nehmen?

Weil sie gravierende Folgen haben kann:

  • Aspirationspneumonien (Lungenentzündungen durch eingedrungenes Material)
  • Mangelernährung
  • Flüssigkeitsmangel

Besonders tückisch sind „stille“ Aspirationen, die ohne Husten ablaufen und deshalb leicht übersehen werden. Eine aufmerksame Beobachtung ist daher wichtig.

Wie wird eine Dysphagie behandelt und im Alltag berücksichtigt?

Die Diagnostik und Therapie liegt vor allem in den Händen der Logopädie: Sie untersucht das Schlucken, trainiert es gezielt mit Übungen und legt sichere Kostformen und Konsistenzen fest, etwa angedickte Flüssigkeiten oder pürierte Speisen.

In der Pflege wird geachtet auf:

  • eine aufrechte Lagerung beim Essen und danach
  • eine angepasste, ruhige Essensbegleitung
  • kleine Bissen
  • eine genaue Beobachtung

Bei Bedarf wird vor dem Essen der Mundraum gepflegt und gegebenenfalls abgesaugt. Lässt sich eine sichere orale Ernährung dauerhaft nicht gewährleisten, kann vorübergehend oder dauerhaft eine Ernährung über eine Sonde – etwa eine PEG-Sonde – notwendig werden, um Aspirationen und Mangelernährung zu vermeiden. Ziel bleibt dabei stets, so viel sicheres orales Essen und Trinken wie möglich zu erhalten, denn Essen ist auch ein wichtiges Stück Lebensqualität.

Siehe auch: Aspiration