WIKI DER AUSSERKLINISCHEN INTENSIVPFLEGE
Krankheitsbilder & Leben mit Intensivpflege
Querschnittlähmung
Bei einer Querschnittlähmung ist das Rückenmark geschädigt – durch einen Unfall, eine Erkrankung, eine Blutung oder einen Tumor. Das Rückenmark leitet die Signale zwischen Gehirn und Körper; ist es an einer Stelle unterbrochen, fallen unterhalb der Schädigung Bewegung, Gefühl und teils auch die Steuerung von Organen wie Blase und Darm aus.
Wovon hängen die Folgen ab?
Ganz entscheidend von der Höhe und der Vollständigkeit der Schädigung. Eine Schädigung im Bereich der Lendenwirbelsäule betrifft vor allem die Beine (Paraplegie), während eine Schädigung im Halsbereich auch Arme und Rumpf einbeziehen kann (Tetraplegie). Bei einer vollständigen Querschnittlähmung fallen alle Funktionen unterhalb der Schädigung aus, bei einer unvollständigen bleiben Restfunktionen erhalten.
Wann ist eine Beatmung nötig?
Liegt die Schädigung hoch im Bereich der oberen Halswirbelsäule, kann auch die Atemmuskulatur – insbesondere das Zwerchfell – betroffen sein. Dann ist eine dauerhafte oder zeitweise Beatmung notwendig, und es besteht ein intensivpflegerischer Bedarf. Diese hohen Querschnittlähmungen gehören zu den Krankheitsbildern, bei denen die außerklinische Intensivpflege besonders gefragt ist.
Welche Themen prägen die Versorgung?
Wichtig sind unter anderem:
- die Atem- und Sekretsituation
- ein sorgfältiges Blasen- und Darmmanagement
- die konsequente Dekubitus- und Thromboseprophylaxe (da das Gefühl und die Bewegung fehlen) – Betroffene spüren entstehende Schäden oft nicht selbst
- die Kontrakturprophylaxe
- der Erhalt der verbliebenen Beweglichkeit durch Physiotherapie und Mobilisation.
Trotz des hohen Unterstützungsbedarfs führen viele Menschen mit Querschnittlähmung ein selbstbestimmtes, aktives Leben – mit Beruf, Familie, Hobbys und sozialen Kontakten. Genau darauf richtet sich eine moderne Versorgung aus: Teilhabe, eine gute Hilfsmittelversorgung (etwa angepasste Rollstühle und Kommunikationshilfen) und Selbstbestimmung stehen im Mittelpunkt, sodass die Pflege nicht einschränkt, sondern ein möglichst eigenständiges Leben ermöglicht.
Siehe auch: Heimbeatmung, Teilhabe und Selbstbestimmung