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Wundversorgung

Wundversorgung bezeichnet die fachgerechte Behandlung und Pflege von Wunden mit dem Ziel, die Heilung zu fördern, Schmerzen zu lindern und Infektionen zu vermeiden. In der außerklinischen Intensivpflege ist sie ein wichtiger Bestandteil der Behandlungspflege, denn intensivpflegebedürftige Menschen haben aus verschiedenen Gründen häufiger mit Wunden zu tun.

Welche Wunden kommen in der Intensivpflege vor?

Dazu gehören:

  • die Haut rund um das Tracheostoma und die PEG-Sonde
  • die Eintrittsstellen von Kathetern und Zugängen
  • chronische Wunden – allen voran das Druckgeschwür (Dekubitus), das bei Bettlägerigkeit entstehen kann

Auch operative Wunden oder kleinere Hautverletzungen können eine fachgerechte Versorgung erfordern.

Worauf kommt es bei guter Wundversorgung an?

Grundlage ist sauberes, hygienisches Arbeiten, um Keime von der Wunde fernzuhalten. Hinzu kommen die Auswahl geeigneter, auf die Wundphase abgestimmter Verbände und Wundauflagen, die regelmäßige Kontrolle und Dokumentation des Heilungsverlaufs sowie – ganz wichtig – die Behandlung der Ursachen. Bei einem Dekubitus zum Beispiel ist die konsequente Druckentlastung entscheidend, denn ohne sie kann die Wunde nicht abheilen. Auch eine gute, eiweißreiche Ernährung unterstützt die Wundheilung.

Wie wird mit komplizierten Wunden umgegangen?

Bei chronischen oder schlecht heilenden Wunden kommt häufig ein modernes, phasengerechtes Wundmanagement zum Einsatz, das bei Bedarf von speziell ausgebildeten Wundexperten begleitet wird. Wichtig sind außerdem ein möglichst schmerzarmes Vorgehen beim Verbandwechsel und die aufmerksame Beobachtung auf Infektionszeichen wie Rötung, Schwellung, Überwärmung, vermehrte Absonderung oder einen unangenehmen Geruch. Solche Zeichen werden rasch gemeldet und ärztlich abgeklärt. Die Wundversorgung verbindet damit handwerkliches Können, Hygiene, Beobachtung und das Behandeln der Ursachen. Eine sorgfältige Wundversorgung trägt nicht nur zur Heilung bei, sondern verbessert auch unmittelbar das Wohlbefinden und beugt schwerwiegenden Komplikationen vor.

Siehe auch: Hygiene und Händedesinfektion, Tracheostoma

Thromboseprophylaxe

Eine Thrombose ist ein Blutgerinnsel, das ein Blutgefäß teilweise oder vollständig verschließt – am häufigsten in den tiefen Venen der Beine (tiefe Beinvenenthrombose). Besonders gefährlich wird es, wenn sich ein solches Gerinnsel löst und mit dem Blutstrom in die Lunge gespült wird: Dann droht eine Lungenembolie, ein potenziell lebensbedrohliches Ereignis.

Wer hat ein erhöhtes Thromboserisiko?

Vor allem Menschen, die sich wenig bewegen – also bettlägerige, gelähmte oder stark bewegungseingeschränkte Menschen. Denn die Bewegung der Beinmuskulatur wirkt normalerweise wie eine Pumpe, die den Rückfluss des Blutes zum Herzen unterstützt. Fehlt diese „Muskelpumpe“, staut sich das Blut leichter, und das Risiko für Gerinnsel steigt. Weitere Risikofaktoren sind unter anderem Flüssigkeitsmangel, bestimmte Erkrankungen und Operationen.

Wie beugt man Thrombosen vor?

Die Thromboseprophylaxe setzt auf mehrere, oft kombinierte Maßnahmen:

  • An erster Stelle steht möglichst viel Bewegung und Mobilisation, ergänzt durch gezielte Bewegungsübungen der Beine, die die Muskelpumpe aktivieren.
  • Hinzu kommen medizinische Thromboseprophylaxestrümpfe (Kompressionsstrümpfe), die den venösen Rückfluss unterstützen.
  • Nach ärztlicher Anordnung können gerinnungshemmende Medikamente hinzukommen, etwa zur Injektion unter die Haut.
  • Auch eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr spielt eine Rolle, da sie das Blut weniger „dickflüssig“ hält.

Wie wird die richtige Prophylaxe gewählt?

In der Intensivpflege wird das individuelle Thromboserisiko eingeschätzt und die passende Kombination aus Maßnahmen festgelegt – immer abgestimmt mit dem ärztlichen Behandlungsplan. Die Pflege achtet außerdem auf Warnzeichen einer Thrombose, etwa eine einseitige Schwellung, Rötung, Überwärmung oder Schmerzen am Bein, und meldet diese rasch. Gemeinsam mit der Mobilisation und der richtigen Lagerung trägt die Thromboseprophylaxe entscheidend dazu bei, gefährliche Folgekomplikationen wie die Lungenembolie zu vermeiden. Sie gehört damit zu den wichtigen, in den Alltag integrierten Prophylaxen der Intensivpflege.

Siehe auch: Mobilisation, Lagerung (Positionierung)

Pulsoximetrie

Die Pulsoximetrie ist ein einfaches, schmerzfreies und nicht-invasives Verfahren, mit dem fortlaufend die Sauerstoffsättigung des Blutes gemessen wird – also der Anteil des roten Blutfarbstoffs (Hämoglobin), der mit Sauerstoff beladen ist. Dieser Wert, oft als SpO₂ angegeben und in Prozent ausgedrückt, ist einer der wichtigsten Überwachungswerte in der Intensivpflege.

Wie funktioniert die Pulsoximetrie?

Ein kleiner Sensor wird als Clip oder Klebesensor am Finger, am Zeh oder am Ohrläppchen angebracht. Er sendet Licht durch das gut durchblutete Gewebe und misst, wie viel davon absorbiert wird. Daraus berechnet das Gerät die Sauerstoffsättigung. Zusätzlich wird in der Regel die Pulsfrequenz angezeigt, da das Verfahren den Blutpuls erfasst.

Warum ist die Sauerstoffsättigung so wichtig?

Sie zeigt, ob der Körper ausreichend mit Sauerstoff versorgt ist. Sinkt die Sättigung ab, ist das ein frühes und deutliches Warnzeichen dafür, dass die Atmung oder Beatmung nicht ausreicht – zum Beispiel durch verlegte Atemwege, einen Sekretstau, ein technisches Problem oder eine Verschlechterung der Erkrankung. Das Pulsoximeter schlägt bei Unterschreiten eines eingestellten Grenzwerts Alarm und ermöglicht so ein rasches Eingreifen.

Wie fügt sich die Pulsoximetrie in die Gesamtüberwachung ein?

Sie ist ein fester Bestandteil des kontinuierlichen Monitorings und ergänzt die Kapnometrie, die das Kohlendioxid erfasst, sowie die genauere, aber punktuelle Blutgasanalyse. Zu beachten ist, dass die Pulsoximetrie unter bestimmten Bedingungen ungenau werden kann – etwa bei kalten Fingern, schlechter Durchblutung, starker Bewegung oder Nagellack. Die Pflege achtet deshalb auf einen korrekten Sitz des Sensors und ordnet die Werte stets im Gesamtbild ein, gemeinsam mit der eigenen Krankenbeobachtung. Richtig eingesetzt, ist die Pulsoximetrie ein einfaches, aber sehr wertvolles Werkzeug, um Sauerstoffmangel früh zu erkennen und rechtzeitig gegenzusteuern.

Was ist für Angehörige wichtig zu wissen?

Für Angehörige ist die Sauerstoffsättigung ein leicht verständlicher Wert, der Orientierung gibt; ein deutlicher Abfall sollte jedoch immer der Pflegekraft gemeldet und nicht selbst „weginterpretiert“ werden, da er ein wichtiges Warnsignal sein kann.

Siehe auch: Monitoring

Pneumonieprophylaxe

Die Pneumonieprophylaxe umfasst alle pflegerischen Maßnahmen, die einer Lungenentzündung (Pneumonie) vorbeugen. Sie hat in der außerklinischen Intensivpflege einen besonders hohen Stellenwert, weil beatmete, bettlägerige und geschwächte Menschen ein deutlich erhöhtes Risiko haben, an einer Pneumonie zu erkranken – einer Komplikation, die für sie gefährlich werden kann.

Warum ist das Pneumonierisiko erhöht?

Wer flach atmet, sich wenig bewegt, schlecht abhusten kann oder beatmet wird, belüftet die Lunge nicht mehr vollständig; Sekret staut sich, und Keime können sich leichter vermehren. Auch die Aspiration von Speichel oder Nahrung ist eine häufige Ursache. Genau an diesen Risikofaktoren setzt die Pneumonieprophylaxe an.

Welche Maßnahmen gehören dazu?

Wirksam ist ein ganzes Bündel ineinandergreifender Maßnahmen:

  • regelmäßige Atemtherapie und Atemübungen, die die Lunge vollständig belüften und das Sekret lösen
  • häufige Mobilisation und Lagerungswechsel
  • eine atemunterstützende Positionierung
  • eine sorgfältige und regelmäßige Mundpflege, die die Keimbesiedlung im Mund verringert
  • ein gutes Sekretmanagement mit rechtzeitigem Absaugen
  • die Vermeidung von Aspiration durch angepasste Kostformen und eine aufrechte Lagerung beim Essen

Auch konsequente Hygiene und das Vermeiden von Infektquellen tragen dazu bei.

Wie hängt die Pneumonieprophylaxe mit anderen Prophylaxen zusammen?

Sie überschneidet sich eng mit der Atelektasenprophylaxe und profitiert von Mobilisation und Lagerung, die zugleich der Dekubitusprophylaxe dienen. Viele Maßnahmen wirken also gleich mehrfach vorbeugend. Konsequent und regelmäßig umgesetzt, senkt die Pneumonieprophylaxe das Risiko schwerer Atemwegsinfekte erheblich. Sie ist damit ein zentraler Bestandteil sicherer Beatmungspflege. Die Pflegefachkräfte beobachten zugleich auf Warnzeichen einer beginnenden Pneumonie – wie Fieber, vermehrtes oder verfärbtes Sekret und eine sinkende Sauerstoffsättigung –, sodass im Ernstfall früh reagiert werden kann.

Siehe auch: Aspiration

PEG-Sonde (perkutane endoskopische Gastrostomie)

Eine PEG-Sonde ist ein dünner Schlauch, der durch die Bauchdecke direkt in den Magen führt. Die Abkürzung PEG steht für perkutane endoskopische Gastrostomie – „perkutan“ bedeutet durch die Haut, „endoskopisch“ beschreibt das Verfahren des Anlegens mit Hilfe einer Magenspiegelung, und „Gastrostomie“ bezeichnet die künstliche Verbindung zum Magen. Über die PEG-Sonde können Sondennahrung, Flüssigkeit und Medikamente gegeben werden.

Wann ist eine PEG-Sonde sinnvoll?

Sie kommt zum Einsatz, wenn die Nahrungsaufnahme über den Mund dauerhaft nicht ausreicht oder nicht sicher möglich ist – zum Beispiel bei einer ausgeprägten, anhaltenden Schluckstörung (Dysphagie), bei neurologischen Erkrankungen oder bei einem hohen Aspirationsrisiko beim Essen. Im Unterschied zur Magensonde durch die Nase ist die PEG für eine längerfristige Ernährung gedacht.

Welche Vorteile bietet die PEG-Sonde?

Gegenüber der nasogastralen Magensonde ist sie deutlich komfortabler und unauffälliger: Sie stört nicht im Gesicht, verursacht keine Druckstellen an der Nase und ist gut zu handhaben und zu verbergen. Dadurch eignet sie sich gut für eine dauerhafte oder längerfristige Versorgung und wird von vielen Betroffenen besser angenommen.

Wie wird eine PEG-Sonde gepflegt?

Die Pflege umfasst:

  • die regelmäßige, hygienische Reinigung und Kontrolle der Eintrittsstelle
  • die Beobachtung auf Rötungen, Hautreizungen oder Infektionszeichen
  • die hygienische Gabe der Nahrung
  • das regelmäßige Spülen der Sonde, um ein Verstopfen zu verhindern
  • die oberkörperhohe Lagerung während und nach der Nahrungsgabe zur Vermeidung von Aspiration

Eine PEG-Sonde kann ergänzend zu einer noch möglichen, eingeschränkten oralen Ernährung genutzt werden oder die alleinige Ernährungsform sein. Wichtig zu wissen: Eine PEG bedeutet nicht zwangsläufig, dass gar nicht mehr gegessen werden darf – ob und wie viel sicheres orales Essen möglich ist, wird gemeinsam mit Ärzten und Logopädie beurteilt. So sichert die PEG-Sonde die Versorgung mit Energie, Nährstoffen und Flüssigkeit und beugt Mangelernährung zuverlässig vor.

Siehe auch: Enterale ErnährungDysphagie (Schluckstörung)

Notfallmanagement

Notfallmanagement bündelt alles, was im Ernstfall ein schnelles, sicheres und richtiges Handeln gewährleistet. Bei intensivpflegebedürftigen Menschen kann jederzeit ein lebensbedrohlicher Zustand eintreten – deshalb ist ein durchdachtes Notfallmanagement nicht optional, sondern ein zentraler Bestandteil sicherer außerklinischer Intensivpflege.

Welche Notfälle können auftreten?

Typische Beispiele sind eine Verlegung oder Diskonnektion der Atemwege, eine verstopfte oder herausgerutschte Trachealkanüle, ein Ausfall des Beatmungsgeräts oder der Stromversorgung, ein Krampfanfall, ein Herz-Kreislauf-Notfall, ein massiver Sekretstau oder ein plötzlicher Abfall der Sauerstoffsättigung. In all diesen Situationen muss sofort, routiniert und in der richtigen Reihenfolge gehandelt werden.

Was gehört zu einem guten Notfallmanagement?

Mehrere Bausteine greifen ineinander:

  • geschultes Personal mit aktuellen Kenntnissen in Reanimation und Notfallversorgung
  • klare schriftliche Notfallpläne für die jeweiligen Szenarien
  • eine stets griffbereite und vollständige Notfallausrüstung (zum Beispiel Beatmungsbeutel, Ersatzkanüle, Absauggerät, Sauerstoff, Notfallmedikamente)
  • funktionsfähige, regelmäßig gewartete Geräte und eine zuverlässige, gegebenenfalls über Akku abgesicherte Stromversorgung

Wichtig sind außerdem klare Zuständigkeiten und erreichbare Notfallkontakte.

Wie wird die Notfallbereitschaft aufrechterhalten?

Notfallmanagement lebt vom regelmäßigen Üben: Das Durchspielen von Notfallszenarien sorgt dafür, dass die Handgriffe im Ernstfall sitzen und keine wertvolle Zeit verloren geht. Auch die Einweisung und das Training der Angehörigen, die in die Versorgung eingebunden sind, gehören dazu, damit sie wissen, was zu tun ist und wann sie Hilfe rufen. Ein durchdachtes Notfallmanagement gibt nicht nur im akuten Fall Sicherheit, sondern auch im Alltag: Betroffene und Angehörige können sich darauf verlassen, dass für den Ernstfall vorgesorgt ist. Damit ist das Notfallmanagement eng mit der Interventionsbereitschaft der ständig anwesenden Pflegekraft verbunden – im Notfall ist es oft lebensrettend.

Siehe auch: Krankenbeobachtung

MRSA (Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus)

MRSA steht für Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus – ein Bakterium, das gegen viele gängige Antibiotika unempfindlich (resistent) geworden ist. Es gehört zur Gruppe der multiresistenten Erreger (MRE), zu der auch andere Keime zählen. Resistent bedeutet dabei, dass bestimmte Antibiotika nicht mehr wirken, was die Behandlung einer Infektion erschwert.

Ist MRSA immer gefährlich?

Für gesunde Menschen ist MRSA meist harmlos. Das Bakterium besiedelt häufig nur die Haut oder die Schleimhäute (zum Beispiel in der Nase), ohne Beschwerden zu verursachen – man spricht dann von einer Besiedlung, nicht von einer Infektion. Problematisch wird es vor allem bei schwer kranken, beatmeten oder immungeschwächten Menschen: Bei ihnen kann MRSA eine Infektion auslösen, die gefährlich und schwerer zu behandeln ist.

Wie schützt man sich und andere vor einer Übertragung?

Der wichtigste Schutz ist konsequente Hygiene – allen voran die gründliche Händedesinfektion. Hinzu kommen je nach Situation:

  • das Tragen von Schutzkleidung
  • eine sorgfältige Wund- und Kanülenpflege
  • die Flächendesinfektion
  • besondere Vorsichtsmaßnahmen, um eine Weitergabe der Keime zu vermeiden

Wird MRSA nachgewiesen, bedeutet das im häuslichen Alltag nicht automatisch eine strenge Isolation; vielmehr geht es um besondere Achtsamkeit und das Einhalten der Hygieneregeln. In manchen Fällen kann eine sogenannte Sanierung versucht werden, um die Besiedlung zu beseitigen.

Welche Rolle spielt das in der Intensivpflege?

Weil intensivpflegebedürftige Menschen besonders gefährdet sind und häufig Kontakt zum Gesundheitssystem hatten, ist der Umgang mit multiresistenten Erregern hier ein wichtiges Thema. Ein gutes Hygienemanagement schützt die Betroffenen, die Angehörigen und die Pflegekräfte gleichermaßen und ist fester Bestandteil der Qualitätssicherung. Eine aufmerksame Krankenbeobachtung hilft zudem, Anzeichen einer Infektion frühzeitig zu erkennen, damit rechtzeitig reagiert werden kann. Angst vor Betroffenen mit MRSA ist nicht angebracht – entscheidend ist der sachgerechte, konsequente Umgang mit Hygiene.

Siehe auch: Hygiene und Händedesinfektion, Krankenbeobachtung, Wundversorgung

Monitoring

Monitoring bezeichnet die kontinuierliche technische Überwachung wichtiger Körperwerte mit Hilfe von Geräten. In der außerklinischen Intensivpflege ist es ein zentrales Sicherheitsinstrument, das rund um die Uhr ein objektives Bild des Zustands liefert und Veränderungen sichtbar macht, die mit bloßem Auge nicht sofort erkennbar sind.

Was wird beim Monitoring überwacht?

Typischerweise werden die Sauerstoffsättigung des Blutes (per Pulsoximetrie), das ausgeatmete Kohlendioxid (per Kapnometrie), die Herzfrequenz und teils der Blutdruck überwacht. Bei beatmeten Menschen kommen die Überwachungswerte des Beatmungsgeräts hinzu – etwa Beatmungsdrücke, Atemzugvolumen und Atemfrequenz. Die Geräte zeigen die Werte fortlaufend an und schlagen Alarm, sobald ein Wert den als sicher festgelegten Bereich verlässt.

Welche Bedeutung haben die Alarme?

Die Alarmfunktion ist ein wesentlicher Teil des Monitorings: Sie macht auf kritische Entwicklungen aufmerksam, etwa auf einen Abfall der Sauerstoffsättigung, einen Anstieg des Kohlendioxids oder eine Diskonnektion. Damit ermöglicht das Monitoring ein schnelles Eingreifen, oft bevor sich eine Situation zuspitzt.

Ersetzt das Monitoring die menschliche Beobachtung?

Nein – und das ist ein zentraler Punkt. Die Technik ergänzt die menschliche Krankenbeobachtung, ersetzt sie aber nicht. Alarme müssen richtig gedeutet, von Fehlalarmen unterschieden und in den Gesamtzustand eingeordnet werden. Ein Messwert allein sagt wenig, wenn er nicht im Zusammenhang mit dem Aussehen, dem Verhalten und der Atmung des Menschen betrachtet wird. Eine gute Pflegekraft kombiniert deshalb die Gerätewerte mit eigener Beobachtung und Erfahrung. So entsteht ein verlässliches Gesamtbild, auf dessen Grundlage sicher gehandelt werden kann. Damit das Monitoring zuverlässig funktioniert, achtet die Pflege auch auf den korrekten Sitz der Sensoren, auf funktionsfähige Geräte und auf sinnvoll eingestellte Alarmgrenzen.

Für Angehörige ist wichtig zu verstehen, dass nicht jeder Alarm einen Notfall bedeutet – manche sind Fehlalarme, etwa durch einen verrutschten Sensor. Genau deshalb ist die fachkundige Einordnung durch die Pflegekraft so wertvoll: Sie unterscheidet harmlose von ernsten Situationen und handelt entsprechend. So entsteht ein verlässliches Sicherheitsnetz rund um die Uhr.

Siehe auch: Pulsoximetrie, Krankenbeobachtung

Mobilisation

Mobilisation umfasst alle Maßnahmen, die einen Menschen in Bewegung bringen und in Bewegung halten. Das Spektrum reicht vom schonenden Umlagern und Aufsetzen im Bett über das Sitzen an der Bettkante und im Stuhl oder Rollstuhl bis hin zu Steh- und Gehübungen. Bewegung ist auch bei schwer kranken und beatmeten Menschen erstaunlich wirksam und sollte deshalb so früh und so viel wie möglich erfolgen.

Warum ist Mobilisation so wichtig?

Längeres Liegen ohne Bewegung hat zahlreiche negative Folgen. Regelmäßige Mobilisation beugt einer ganzen Reihe von Komplikationen vor:

  • dem Wundliegen (Dekubitus)
  • der Lungenentzündung
  • Thrombosen
  • dem Abbau von Muskulatur und Knochen
  • Gelenkversteifungen (Kontrakturen)

Zugleich fördert sie den Kreislauf, die Atmung und die Verdauung, verbessert das Wohlbefinden und kann den Tag strukturieren.

Welche Rolle spielt Mobilisation beim Weaning?

Bei beatmeten Menschen kann eine konsequente Mobilisation das Weaning unterstützen: Eine bessere körperliche Verfassung und eine gekräftigte Muskulatur erleichtern die Entwöhnung vom Beatmungsgerät. Bewegung und Atmung hängen eng zusammen, weshalb Mobilisation und Atemtherapie häufig kombiniert werden.

Wie wird mobilisiert?

Die Mobilisation wird individuell an die Belastbarkeit, den Gesundheitszustand und die Tagesform angepasst und häufig gemeinsam mit der Physiotherapie geplant und durchgeführt. Dabei werden Sicherheit und alle angeschlossenen Geräte, Schläuche und Zugänge sorgfältig berücksichtigt. Wichtig ist die Erkenntnis, dass auch kleine Fortschritte zählen: Schon der Wechsel vom Liegen zum Sitzen, das Sitzen an der Bettkante oder das Bewegen einzelner Gliedmaßen kann viel bewirken und ist oft der erste Schritt zu mehr Aktivität. Im Sinne der aktivierenden Pflege wird die eigene Bewegungsfähigkeit gezielt gefördert, statt sie durch ständiges Abnehmen verkümmern zu lassen. Mobilisation ist damit weit mehr als ein „Bewegen“ – sie ist ein zentraler Baustein für Gesundheit, Komplikationsvermeidung und Lebensqualität.

Siehe auch: Aktivierende Pflege, Lagerung (Positionierung), Kontrakturprophylaxe, Thromboseprophylaxe

Positionierung (Lagerung)

Positionierung – früher meist als Lagerung bezeichnet – beschreibt das gezielte und regelmäßige Verändern der Körperposition im Bett, im Stuhl oder im Rollstuhl. Der Begriff „Positionierung“ hat sich in der Fachsprache mittlerweile durchgesetzt, da er die aktive Beteiligung des Menschen stärker betont; „Lagerung“ ist als Synonym weiterhin gebräuchlich. Was auf den ersten Blick einfach wirkt, ist in der Intensivpflege eine durchdachte, planvolle Maßnahme mit gleich mehreren wichtigen Funktionen.

Welche Ziele verfolgt die Positionierung?

Sie entlastet die Haut und beugt damit Druckstellen (Dekubitus) vor, indem der Druck regelmäßig von gefährdeten Körperstellen genommen wird. Sie unterstützt die Atmung und die Belüftung verschiedener Lungenabschnitte und kann so der Bildung von Atelektasen und Lungenentzündungen vorbeugen. Sie fördert das Lösen und Abfließen von Sekret, unterstützt die Durchblutung, beugt Kontrakturen vor und kann Schmerzen und Verspannungen lindern.

Welche Positionierungstechniken gibt es?

Je nach Ziel kommen unterschiedliche Positionen zum Einsatz – etwa Seitenlagerungen (auch in schräger Form), die Oberkörperhochlagerung zur Erleichterung der Atmung, atemstimulierende oder atemunterstützende Positionen sowie spezielle Lagerungen zur Druckentlastung bestimmter Körperstellen. Bei beatmeten Menschen ist außerdem eine aufrechte Lagerung beim und nach dem Essen wichtig, um Aspirationen zu vermeiden.

Wie wird die Positionierung gestaltet?

Wie oft und in welcher Form umgelagert wird, richtet sich nach dem individuellen Risiko und Bedarf – das Spektrum reicht von häufigen kleinen Positionswechseln bis zu größeren Umlagerungen in festgelegten Abständen. Wichtig ist, dass die Positionierung schonend, sicher und für den Menschen möglichst angenehm erfolgt und dass dabei Schläuche, Kanüle, Sonden und Katheter nicht verrutschen oder unter Zug geraten. Lagerungshilfsmittel wie Kissen, Rollen und spezielle Matratzen unterstützen die richtige Positionierung. Für Angehörige, die beim Positionieren helfen möchten, sind eine gute Anleitung und rückenschonende Techniken wichtig. Die Positionierung gehört damit zu den grundlegenden und zugleich wirkungsvollsten pflegerischen Maßnahmen und vereint Dekubitusprophylaxe, Pneumonieprophylaxe und Kontrakturprophylaxe in einem durchdachten Konzept.

Siehe auch: Mobilisation, Pneumonieprophylaxe