Das Wachkoma – fachlich apallisches Syndrom oder „Syndrom reaktionsloser Wachheit“ genannt – ist ein Zustand nach einer schweren Hirnschädigung, etwa durch einen längeren Sauerstoffmangel, einen Unfall, eine Blutung oder einen Schlaganfall. Betroffene wirken phasenweise wach und öffnen die Augen, zeigen aber keine erkennbaren, sicher gezielten und bewussten Reaktionen auf ihre Umgebung. Grundlegende Körperfunktionen und ein Schlaf-Wach-Rhythmus sind häufig erhalten.
Wie ist der Zustand einzuordnen? Das Wachkoma unterscheidet sich vom Koma dadurch, dass die Augen geöffnet werden und Phasen von Wachheit bestehen. Es ist jedoch kein statischer Zustand: Er kann sich über die Zeit verändern – manche Menschen zeigen langsam wieder mehr Reaktionen und gehen in einen Zustand mit erkennbarem Bewusstsein über, andere bleiben dauerhaft stark eingeschränkt. Wie viel ein Mensch im Wachkoma tatsächlich wahrnimmt, lässt sich oft nicht sicher beurteilen.
Was folgt aus dieser Unsicherheit für den Umgang? Weil die Wahrnehmung nicht sicher eingeschätzt werden kann, ist eine respektvolle, zugewandte und ansprechende Begleitung selbstverständlich. Pflegende und Angehörige sprechen mit dem Menschen, erklären, was sie tun, und beziehen ihn ein – im Bewusstsein, dass er möglicherweise mehr mitbekommt, als äußerlich erkennbar ist.
Wie sieht die Versorgung aus? Das Wachkoma geht mit einem sehr hohen, ganzheitlichen Pflegebedarf einher. Häufig sind eine Beatmung oder eine Trachealkanüle, eine Ernährung über eine Sonde, eine konsequente Prophylaxe von Druckstellen, Kontrakturen, Thrombosen und Lungenentzündungen sowie eine engmaschige Überwachung erforderlich. Einen wichtigen Stellenwert haben fördernde Ansätze wie die basale Stimulation, die über Berührung, Bewegung und Sinneseindrücke Kontakt und Anregung schaffen. Ebenso bedeutsam ist die Begleitung der Angehörigen, die mit einer besonders belastenden, von Ungewissheit geprägten Situation leben. Die außerklinische Intensivpflege verbindet hier höchste fachliche Sorgfalt mit einer zutiefst menschlichen, würdevollen Begleitung.
Siehe auch: Schädel-Hirn-Trauma, Locked-In-Syndrom