Bitte drehen Sie Ihr Gerät
in die vertikale Position

Versorgungsformen (Überblick)

Außerklinische Intensivpflege kann an verschiedenen Orten und in verschiedenen Formen stattfinden – „außerklinisch“ bedeutet dabei immer „außerhalb des Krankenhauses“. Welche Versorgungsform die passende ist, hängt vom Pflegebedarf, von der gesundheitlichen Situation, von persönlichen Wünschen und vom familiären Umfeld ab. Das Wahlrecht der Betroffenen bei dieser Entscheidung wurde durch das IPReG ausdrücklich gestärkt.

Welche Versorgungsformen gibt es? Üblich sind drei Modelle. Erstens die Versorgung in der eigenen Häuslichkeit: Hier wird der Mensch zu Hause versorgt, häufig in einer Eins-zu-eins-Betreuung mit einer ständig anwesenden Pflegekraft. Diese Form bietet ein Höchstmaß an Privatsphäre und Vertrautheit, weil sie im eigenen Zuhause und im gewohnten Umfeld stattfindet.

Zweitens die Intensivpflege-Wohngemeinschaft (Intensivpflege-WG): In ihr leben mehrere intensivpflegebedürftige Menschen zusammen und werden gemeinsam rund um die Uhr von qualifizierten Pflegefachkräften versorgt. Jeder hat in der Regel ein eigenes Zimmer, dazu kommen Gemeinschaftsräume. Diese Form verbindet medizinische Sicherheit durch eine durchgehende fachliche Präsenz mit Gemeinschaft und einem familiären Wohnen – und kann zugleich Angehörige entlasten.

Drittens die stationäre Versorgung in spezialisierten Einrichtungen, die auf die Versorgung beatmeter und intensivpflegebedürftiger Menschen ausgerichtet sind. Sie kann sinnvoll sein, wenn eine Versorgung zu Hause oder in einer WG nicht gewünscht oder nicht umsetzbar ist.

Welche Form ist die richtige? Jede Form hat eigene Vorzüge – von größtmöglicher Privatsphäre über Gemeinschaft bis zur Entlastung der Angehörigen. Es gibt keine pauschal „beste“ Lösung; entscheidend sind die individuelle Situation und die persönlichen Wünsche. Eine unabhängige Pflegeberatung sowie ein spezialisierter Intensivpflegedienst helfen, die Möglichkeiten in der Region kennenzulernen, Vor- und Nachteile abzuwägen und die passende Versorgungsform zu finden. Wichtig ist, dass sich die Versorgungsform bei Bedarf auch ändern lässt, wenn sich Lebenssituation oder Bedürfnisse wandeln.

Siehe auch: Wohngemeinschaft (Intensivpflege-WG), Außerklinische Intensivpflege, Teilhabe und Selbstbestimmung