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Spinale Muskelatrophie (SMA)

Die spinale Muskelatrophie (SMA) ist eine seltene, erbliche Erkrankung, bei der bestimmte Nervenzellen im Rückenmark – die Vorderhornzellen, die die Muskeln steuern – zugrunde gehen. Fallen diese Steuerzellen aus, erhalten die Muskeln keine Signale mehr, werden schwächer und bauen ab (Atrophie). Betroffen ist vor allem die rumpfnahe Muskulatur, häufig auch die Atemmuskulatur.

Welche Verläufe gibt es? Die SMA kann bereits im Säuglings- oder Kindesalter beginnen, in anderen Formen auch später, und sie verläuft in unterschiedlichen Schweregraden – von sehr schweren frühkindlichen Formen bis zu milderen Verläufen im Erwachsenenalter. Der Grad der Muskelschwäche und der Beatmungsbedarf hängen stark von der jeweiligen Form ab.

Warum kann eine Beatmung notwendig werden? Ist die Atemmuskulatur betroffen, reicht die eigene Atemleistung nicht mehr aus. Dann wird eine Atemunterstützung notwendig, häufig beginnend mit einer nicht-invasiven Beatmung (NIV); bei höherem Bedarf kann eine invasive Beatmung über eine Trachealkanüle erforderlich werden. Eine besondere Bedeutung hat das Sekretmanagement, weil das Abhusten durch die geschwächte Muskulatur erschwert sein kann – hier helfen unter anderem hustenunterstützende Techniken und Geräte.

Was hat sich in der Behandlung verändert? In den vergangenen Jahren haben neue, gezielte Therapien die Behandlungsmöglichkeiten der SMA deutlich erweitert und die Verläufe bei vielen Betroffenen positiv beeinflusst. Dennoch bleibt bei schwereren Formen oft ein hoher Pflege- und Beatmungsbedarf bestehen. Die außerklinische Intensivpflege ermöglicht es Kindern und Erwachsenen mit SMA, trotz Beatmung und hohem Unterstützungsbedarf in der Familie und im gewohnten Umfeld zu leben, am Alltag, an Bildung und am sozialen Leben teilzunehmen. Im Mittelpunkt stehen eine sichere Beatmungs- und Sekretversorgung, eine gute Hilfsmittelausstattung sowie ein an Teilhabe und Selbstbestimmung orientierter Pflegeansatz.

Für Familien betroffener Kinder ist die Verbindung aus medizinischer Sicherheit und einem möglichst normalen Aufwachsen besonders wichtig. Die außerklinische Intensivpflege ermöglicht Teilhabe an Kita, Schule und Freizeit, während die sichere Beatmungs- und Sekretversorgung gewährleistet bleibt. Neue, gezielte Therapien haben die Aussichten bei vielen Verlaufsformen verbessert. Im Mittelpunkt stehen eine gute Hilfsmittelausstattung, ein wirksames Sekretmanagement und ein Pflegeansatz, der Selbstbestimmung und Entwicklung in den Vordergrund stellt.

Siehe auch: Muskeldystrophie, Heimbeatmung, Sekretmanagement