Ein Schlaganfall – fachlich Apoplex genannt – entsteht, wenn ein Teil des Gehirns plötzlich nicht mehr ausreichend durchblutet wird. Am häufigsten ist ein verstopftes Blutgefäß (Hirninfarkt, ischämischer Schlaganfall), seltener eine Hirnblutung. Wird die Durchblutung nicht rasch wiederhergestellt, sterben die betroffenen Hirnzellen ab. Der Schlaganfall ist ein medizinischer Notfall: Je schneller behandelt wird, desto besser sind die Aussichten.
Wie erkennt man einen Schlaganfall? Typische Warnzeichen sind eine plötzliche Lähmung oder Schwäche einer Körperhälfte, ein hängender Mundwinkel, Sprach- und Sprechstörungen, Sehstörungen, Schwindel oder starke, ungewohnte Kopfschmerzen. Bei solchen Anzeichen gilt: sofort den Notruf wählen, denn jede Minute zählt.
Welche Folgen kann ein Schlaganfall haben? Das hängt davon ab, welche Hirnregion betroffen ist und wie groß der Schaden ist. Mögliche Folgen sind Lähmungen einer Körperseite, Sprach- und Sprechstörungen, Schluckstörungen (Dysphagie), Seh- und Wahrnehmungsstörungen sowie kognitive Beeinträchtigungen oder Bewusstseinsstörungen. Bei schweren Verläufen kann ein intensivpflegerischer Bedarf entstehen, teils mit Beatmung und Trachealkanüle.
Worauf kommt es in der Versorgung an? Besonders wichtig ist das Schluckmanagement, da Schluckstörungen nach einem Schlaganfall häufig sind und ein hohes Aspirationsrisiko bergen – hier arbeiten Pflege und Logopädie eng zusammen. Hinzu kommen eine frühe und konsequente Mobilisation, die verschiedenen Prophylaxen (Dekubitus, Thrombose, Kontrakturen, Pneumonie) sowie die enge Zusammenarbeit mit Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie. Ermutigend ist: Viele Betroffene können durch konsequente Therapie und Pflege verlorene Fähigkeiten ganz oder teilweise zurückgewinnen, da sich das Gehirn in gewissem Umfang neu organisieren kann. Die außerklinische Intensivpflege unterstützt – je nach Schwere – die Stabilität, die Rehabilitation und das Ziel eines möglichst selbstständigen, teilhabenden Lebens.
Siehe auch: Locked-In-Syndrom, Wachkoma (Apallisches Syndrom), Dysphagie (Schluckstörung)