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Multiple Sklerose (MS)

Die multiple Sklerose (MS) ist eine chronische, entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems, also von Gehirn und Rückenmark. Bei ihr greift das Immunsystem die schützende Hülle der Nervenfasern an – das sogenannte Myelin. Dadurch werden die Nervensignale gestört oder nur noch verlangsamt weitergeleitet. Die MS gilt als eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen des jüngeren und mittleren Erwachsenenalters.

Wie äußert sich MS? Die Beschwerden sind außerordentlich vielfältig, weil die Entzündungsherde an unterschiedlichen Stellen des Nervensystems auftreten können. Möglich sind unter anderem Seh-, Gefühls- und Bewegungsstörungen, Lähmungen, Koordinations- und Gleichgewichtsprobleme, eine ausgeprägte Erschöpfung (Fatigue), Blasen- und Darmprobleme sowie Sprech- und Schluckstörungen. Die MS verläuft häufig in Schüben, kann aber auch langsam fortschreiten.

Wie schwer ist der Verlauf? Das ist sehr individuell. Die meisten Menschen mit MS leben viele Jahre weitgehend selbstständig, und moderne Therapien haben die Aussichten in vielen Fällen verbessert. In schweren, weit fortgeschrittenen Verläufen kann jedoch ein hoher Pflegebedarf entstehen. In selteneren Fällen können auch die Schluck- und Atemfunktionen so stark beeinträchtigt sein, dass eine intensivpflegerische Versorgung notwendig wird.

Worauf kommt es in der Versorgung an? Weil der Verlauf so unterschiedlich ist, richtet sich die Versorgung eng nach den individuell vorhandenen Fähigkeiten und Bedürfnissen. Wichtige Ziele sind der Erhalt von Beweglichkeit und Selbstständigkeit, die Vorbeugung von Folgeproblemen (etwa Kontrakturen und Druckstellen), eine gute Hilfsmittelversorgung sowie Therapien wie Physiotherapie, Ergotherapie und – bei Schluck- oder Sprechstörungen – Logopädie. Auch der Umgang mit Erschöpfung und die Anpassung an wechselnde Tagesform spielen eine Rolle. Eine an Teilhabe und Selbstbestimmung orientierte Pflege stellt die Lebensqualität und die individuellen Wünsche in den Mittelpunkt und hilft, trotz der Erkrankung ein möglichst aktives, selbstbestimmtes Leben zu führen.

Siehe auch: Mobilisation, Teilhabe und Selbstbestimmung, Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie