Eine Kontraktur ist die dauerhafte Versteifung eines Gelenks in einer Fehlstellung. Sie entsteht, wenn ein Gelenk über längere Zeit nicht ausreichend bewegt wird: Muskeln, Sehnen, Bänder und Gelenkkapsel verkürzen und verkleben, sodass sich das Gelenk schließlich nicht mehr vollständig bewegen lässt. Eine ausgeprägte Kontraktur kann ein Gelenk weitgehend unbeweglich machen.
Wer ist gefährdet? Besonders gefährdet sind bettlägerige und stark bewegungseingeschränkte Menschen – etwa nach einem Schlaganfall, bei Lähmungen, bei fortgeschrittenen neuromuskulären Erkrankungen oder im Wachkoma. Auch Schmerzen oder eine ständige Schonhaltung können dazu führen, dass Gelenke nicht mehr ausreichend bewegt werden.
Welche Folgen haben Kontrakturen? Sie verschlechtern die Beweglichkeit erheblich, können Schmerzen verursachen und erschweren die Pflege – etwa das Waschen, Ankleiden oder Lagern. Eine versteifte Hand oder ein versteiftes Bein kann zudem die verbliebene Selbstständigkeit und die Möglichkeiten zur Mobilisation einschränken. Einmal entstandene Kontrakturen lassen sich nur schwer wieder rückgängig machen.
Wie beugt man Kontrakturen vor? Die Kontrakturprophylaxe setzt deshalb konsequent auf Vorbeugung. Wichtigste Maßnahme ist die regelmäßige Bewegung aller Gelenke – aktiv durch den Menschen selbst, soweit möglich, oder passiv durch die Pflegekraft, die die Gelenke behutsam durchbewegt. Hinzu kommen eine korrekte, physiologische Lagerung in Funktionsstellung, gezielte Bewegungsübungen, der Einsatz geeigneter Hilfsmittel sowie die enge Zusammenarbeit mit der Physiotherapie. Auch eine möglichst aktive Mobilisation trägt zur Vorbeugung bei. Die Kontrakturprophylaxe wird – ähnlich wie die Dekubitus- und Thromboseprophylaxe – in den täglichen Pflegeablauf integriert und an die individuelle Situation angepasst. Ziel ist es, die Beweglichkeit so gut wie möglich zu erhalten und damit Schmerzen, Pflegeerschwernisse und einen weiteren Verlust an Selbstständigkeit zu vermeiden.
Weil sich einmal entstandene Kontrakturen nur schwer wieder lösen lassen, ist die konsequente, tägliche Vorbeugung so wichtig. Viele Maßnahmen – etwa das behutsame Durchbewegen der Gelenke oder kleine Bewegungsübungen – lassen sich nach Anleitung auch von Angehörigen unterstützen und in den Alltag einbauen. Die konkrete Gestaltung wird mit der Physiotherapie abgestimmt und an die individuelle Situation angepasst. So bleibt die Beweglichkeit so gut wie möglich erhalten, was Schmerzen vorbeugt und die Pflege und Mobilisation erleichtert.
Siehe auch: Mobilisation, Lagerung (Positionierung), Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie