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Kapnometrie / Kapnographie

Die Kapnometrie ist ein Messverfahren, mit dem bestimmt wird, wie viel Kohlendioxid (CO₂) ein Mensch ausatmet. Aus diesem Wert lässt sich ableiten, wie gut die Atmung beziehungsweise Beatmung funktioniert – denn der CO₂-Gehalt der Ausatemluft zeigt an, ob der Körper das anfallende Kohlendioxid ausreichend abatmet. Wird der Verlauf des CO₂ als fortlaufende Kurve dargestellt, spricht man von Kapnographie.

Wie wird gemessen? Die Messung erfolgt schmerzfrei und kontinuierlich, meist direkt am Beatmungssystem zwischen Trachealkanüle (oder Maske) und Beatmungsschlauch. Ein Sensor erfasst dabei den CO₂-Gehalt der ausgeatmeten Luft, häufig wird ein Endwert am Ende der Ausatmung angegeben.

Warum ist die Kapnometrie ein wichtiges Überwachungsinstrument? Ein ansteigender CO₂-Wert kann frühzeitig auf eine unzureichende Beatmung, eine Erschöpfung der Atmung, eine Verlegung der Atemwege oder eine andere Störung hinweisen – oft sogar bevor die Sauerstoffsättigung abfällt. Umgekehrt kann ein plötzlicher Abfall des gemessenen CO₂ ein Warnsignal sein, etwa für eine Diskonnektion der Schläuche oder einen Atemstillstand. Die Kapnographie liefert über die Kurvenform zusätzliche Hinweise auf die Atemsituation.

Wie fügt sich die Kapnometrie in die Überwachung ein? Sie ergänzt die Pulsoximetrie, die den Sauerstoff misst, um die Information über das Kohlendioxid – beide zusammen erfassen die beiden zentralen „Atemgase“. Während die kontinuierliche Kapnometrie laufend Trends zeigt, liefert die Blutgasanalyse exakte Einzelwerte aus dem Blut. Gemeinsam ergeben diese Verfahren ein umfassendes Bild des Gasaustauschs. Für die Pflege ist die Kapnometrie ein wertvolles Frühwarnsystem: Sie hilft, Probleme rechtzeitig zu erkennen, die Beatmung sicher zu steuern und im Zweifel rasch zu reagieren. Gerade bei beatmeten Menschen mit chronischer Kohlendioxidproblematik ist die kontinuierliche CO₂-Überwachung ein wichtiger Sicherheitsbaustein.

Für Angehörige ist die Kapnometrie ein beruhigendes Sicherheitsnetz: Ein plötzlicher Abfall des gemessenen CO₂ kann etwa auf eine Diskonnektion der Schläuche hinweisen, ein Anstieg auf eine unzureichende Beatmung – beides oft, bevor es spürbar wird. Die Geräte schlagen in solchen Fällen Alarm. Wichtig ist, Alarme ernst zu nehmen und die eingeübten Schritte zu befolgen. Gemeinsam mit der Pulsoximetrie und der Blutgasanalyse ermöglicht die Kapnometrie eine umfassende, frühzeitige Überwachung des Gasaustauschs.

Siehe auch: Blutgasanalyse (BGA), Pulsoximetrie, Monitoring, Hyperkapnie und Hypoxie