Heimbeatmung bedeutet, dass ein Mensch dauerhaft oder über längere Zeit außerhalb des Krankenhauses maschinell beatmet wird – in der eigenen Wohnung, bei Angehörigen oder in einer Intensivpflege-Wohngemeinschaft. Möglich machen das moderne, kompakte und oft akkubetriebene Beatmungsgeräte, die für den Dauereinsatz im Alltag ausgelegt sind und damit ein Leben außerhalb der Klinik erlauben.
Welche Formen der Heimbeatmung gibt es? Die Beatmung kann invasiv über eine Trachealkanüle erfolgen, die durch ein Tracheostoma in die Luftröhre führt, oder nicht-invasiv über eine dicht sitzende Maske (NIV). Der Umfang reicht von einer reinen Atemunterstützung in der Nacht bis hin zu einer Beatmung rund um die Uhr. Welche Form und welcher Umfang nötig sind, hängt von der Erkrankung und der verbliebenen Eigenatmung ab.
Wer ist auf Heimbeatmung angewiesen? Typische Gründe sind chronische Lungenerkrankungen wie eine fortgeschrittene COPD, neuromuskuläre Erkrankungen wie ALS, Muskeldystrophien oder die spinale Muskelatrophie, das Obesitas-Hypoventilationssyndrom sowie Folgen schwerer neurologischer Schädigungen oder hoher Querschnittlähmungen. Ihnen allen ist gemeinsam, dass die Atempumpe – die Muskulatur, die das Atmen leistet – nicht mehr ausreichend arbeitet.
Was ist das Ziel der Heimbeatmung, und was wird dafür gebraucht? Ziel ist es, Betroffene aus der Klinik in ihr vertrautes Umfeld zurückzuholen, die Lebensqualität zu verbessern und Teilhabe am Familien- und Alltagsleben zu ermöglichen. Voraussetzung sind qualifizierte Pflegefachkräfte, eine engmaschige Überwachung der Vitalwerte, eine zuverlässige, regelmäßig gewartete Technik, eine gesicherte Stromversorgung und ein verlässlicher Notfallplan inklusive Notfallausrüstung. Auch bei der Heimbeatmung gilt: Regelmäßig wird im Rahmen der Potenzialerhebung geprüft, ob sich die Beatmung reduzieren oder entwöhnen lässt. So verbindet die Heimbeatmung medizinische Sicherheit mit einem selbstbestimmten Leben zu Hause.
Damit Heimbeatmung sicher gelingt, gehören neben dem Beatmungsgerät auch eine zuverlässige Ersatz- und Notfallausrüstung, eine gesicherte Stromversorgung und ein eingeübter Notfallplan dazu. Angehörige werden – wenn sie möchten – im Umgang mit Gerät, Alarmen und Notfällen geschult. Moderne Heimbeatmung ermöglicht trotz aller Technik ein selbstbestimmtes Leben mit Teilhabe am Alltag. Regelmäßig wird zudem geprüft, ob sich die Beatmung reduzieren oder entwöhnen lässt, sodass das Ziel größtmöglicher Selbstständigkeit nicht aus dem Blick gerät.
Siehe auch: Beatmung (maschinelle Beatmung), Invasive Beatmung, NIV (nicht-invasive Beatmung), Respirator (Beatmungsgerät)