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Guillain-Barré-Syndrom

Das Guillain-Barré-Syndrom (GBS) ist eine seltene neurologische Erkrankung, bei der das körpereigene Immunsystem irrtümlich die peripheren Nerven angreift und schädigt. Charakteristisch sind rasch fortschreitende Lähmungen, die typischerweise an den Beinen beginnen und von dort nach oben „aufsteigen“. Häufig geht dem Syndrom einige Zeit zuvor ein Infekt voraus, der die Fehlreaktion des Immunsystems auslöst.

Wie verläuft das GBS? Innerhalb von Tagen bis wenigen Wochen können sich die Lähmungen verstärken und auf Arme, Rumpf und – im schweren Fall – auf die Schluck- und Atemmuskulatur ausweiten. Auch Gefühlsstörungen, Schmerzen und Störungen des vegetativen Nervensystems (etwa von Kreislauf und Blutdruck) können auftreten. Das GBS ist damit eine ernste Erkrankung, die intensivmedizinisch überwacht werden muss, solange sie fortschreitet.

Warum kann eine Beatmung nötig werden? Greift die Lähmung auf die Atemmuskulatur über, reicht die eigene Atmung nicht mehr aus, und es wird vorübergehend eine maschinelle Beatmung notwendig – mitunter über mehrere Wochen. In dieser Phase sind eine sichere Beatmung, ein gutes Sekretmanagement und eine engmaschige Überwachung entscheidend.

Was unterscheidet das GBS von vielen anderen Erkrankungen in diesem Bereich? Die Prognose ist häufig vergleichsweise günstig. Anders als bei fortschreitenden Erkrankungen wie ALS bildet sich das GBS bei einem großen Teil der Betroffenen im Verlauf wieder deutlich zurück, weil sich die geschädigten Nerven erholen können – auch wenn die Genesung lange dauern und Geduld erfordern kann. Genau deshalb sind in dieser Zeit die Überbrückung durch eine sichere Beatmung, das anschließende Weaning, eine intensive Physiotherapie zur Wiedererlangung der Kraft sowie eine geduldige, ermutigende Begleitung so wichtig. Die außerklinische Intensivpflege kann in der Erholungsphase die Brücke zwischen Klinik und Rückkehr in den Alltag bilden und den Menschen auf seinem Weg zurück zu mehr Selbstständigkeit unterstützen.

Siehe auch: Respiratorische Insuffizienz, Weaning