Der Übergang aus dem Krankenhaus in die außerklinische Intensivpflege ist einer der sensibelsten Momente der gesamten Versorgung – und er muss sorgfältig vorbereitet werden. Beim Entlassmanagement, auch Pflegeüberleitung genannt, arbeiten viele Beteiligte zusammen: die Klinik, der Intensivpflegedienst, die behandelnden Ärztinnen und Ärzte, das Sanitätshaus und nicht zuletzt die Angehörigen.
Warum ist dieser Übergang so kritisch? Bei beatmeten oder trachealkanülierten Menschen kann schon eine kurze Versorgungslücke gefährlich werden. Deshalb muss am ersten Tag zu Hause oder in der Wohngemeinschaft alles bereitstehen: das Beatmungsgerät mit den richtigen Einstellungen, Absauggerät und Verbrauchsmaterial, die Sauerstoffversorgung, das Pflegebett und weitere Hilfsmittel, die nötigen Medikamente und Verordnungen sowie eine eingearbeitete, qualifizierte Pflegecrew.
Was umfasst ein gutes Entlassmanagement noch? Dazu gehören die rechtzeitige ärztliche Verordnung, die Beantragung und Genehmigung der Leistung bei der Krankenkasse, die Abstimmung der Beatmungs- und Therapieeinstellungen, ein klarer Notfallplan und – ganz wichtig – die Schulung und Anleitung der Angehörigen im Umgang mit Geräten und in Notfallsituationen. Auch die Anbindung an weiterbehandelnde Ärzte, an Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie wird hier organisiert.
Krankenhäuser sind gesetzlich verpflichtet, ein Entlassmanagement anzubieten; Betroffene und Angehörige haben also einen Anspruch darauf, beim Übergang unterstützt zu werden. Spezialisierte Intensivpflegedienste begleiten diesen Prozess aktiv und übernehmen einen großen Teil der Organisation, damit der Wechsel reibungslos, sicher und ohne Versorgungslücke gelingt. Je früher die Planung beginnt – oft schon Wochen vor der geplanten Entlassung –, desto entspannter verläuft der Start in die häusliche oder wohngemeinschaftliche Versorgung. Eine gute Pflegeüberleitung legt damit das Fundament für eine stabile und vertrauensvolle Versorgung.
Für Angehörige ist es hilfreich, den Sozialdienst der Klinik frühzeitig anzusprechen und den gewünschten Intensivpflegedienst rechtzeitig einzubinden, damit genügend Zeit für Organisation, Genehmigung und Einarbeitung bleibt. Eine offene Kommunikation zwischen allen Beteiligten ist der Schlüssel für einen sicheren Übergang. Wer sich frühzeitig informiert und die Verantwortlichkeiten klärt, erlebt den Wechsel aus der Klinik nach Hause oder in die Wohngemeinschaft deutlich ruhiger und planbarer.
Siehe auch: Verordnung, Außerklinische Intensivpflege, Genehmigung der Krankenkasse