Der Cuff ist eine kleine, aufblasbare Manschette am unteren Ende mancher Trachealkanülen. Wird er über einen kleinen Schlauch mit Luft gefüllt – man sagt „geblockt“ –, dichtet er den Raum zwischen der Kanüle und der Wand der Luftröhre ab. Es gibt auch Trachealkanülen ohne Cuff; welche Variante geeignet ist, richtet sich nach dem individuellen Bedarf.
Welche Aufgaben erfüllt ein geblockter Cuff? Er hat vor allem zwei Funktionen. Erstens sorgt er dafür, dass bei der Beatmung keine Luft an der Kanüle vorbei entweicht, sodass die eingestellten Beatmungsdrücke und -volumina den Menschen auch tatsächlich erreichen. Zweitens verringert er das Risiko, dass Speichel oder Sekret von oben in die tiefen Atemwege gelangt – er bietet also einen gewissen Schutz vor Aspiration.
Worauf muss beim Cuff geachtet werden? Der Cuff-Druck muss regelmäßig kontrolliert werden. Ist er dauerhaft zu hoch, kann er die empfindliche Schleimhaut der Luftröhre schädigen, weil er die Durchblutung beeinträchtigt; ist er zu niedrig, dichtet er nicht ausreichend ab und schützt nicht zuverlässig vor Aspiration. Die Pflegefachkräfte messen den Cuff-Druck deshalb mit einem speziellen Messgerät und passen ihn an.
Wofür wird der Cuff gezielt entblockt? Für das Sprechen mit einem Sprechventil und als Schritt auf dem Weg zur Dekanülierung wird der Cuff bewusst und kontrolliert entblockt (Entblockung). Dann kann wieder Luft an der Kanüle vorbei durch die oberen Atemwege strömen, was das Sprechen ermöglicht und die Eigenatmung über die natürlichen Atemwege trainiert. Vor dem Entblocken wird häufig oberhalb des Cuffs abgesaugt, damit kein Sekret nach unten gelangt. Der richtige Umgang mit dem Cuff – das kontrollierte Blocken und Entblocken sowie die Druckkontrolle – ist damit ein zentraler Bestandteil des Trachealkanülenmanagements und wird oft eng mit der Logopädie abgestimmt.
Für Angehörige ist wichtig zu verstehen, dass das Blocken und Entblocken des Cuffs immer geplant und fachgerecht erfolgt – etwa vor dem Sprechen mit dem Sprechventil. Eigenmächtige Veränderungen am Cuff sollten unterbleiben, da ein falscher Cuff-Druck Schaden anrichten oder den Schutz vor Aspiration aufheben kann. Die regelmäßige Kontrolle des Cuff-Drucks mit einem speziellen Messgerät gehört zur sicheren Versorgung und wird von den Pflegefachkräften zuverlässig durchgeführt und dokumentiert.
Siehe auch: Trachealkanüle, Entblockung (Cuff-Management), Invasive Beatmung, Sprechventil (Phonationsventil)