Mobilisation umfasst alle Maßnahmen, die einen Menschen in Bewegung bringen und in Bewegung halten. Das Spektrum reicht vom schonenden Umlagern und Aufsetzen im Bett über das Sitzen an der Bettkante und im Stuhl oder Rollstuhl bis hin zu Steh- und Gehübungen. Bewegung ist auch bei schwer kranken und beatmeten Menschen erstaunlich wirksam und sollte deshalb so früh und so viel wie möglich erfolgen.
Warum ist Mobilisation so wichtig? Längeres Liegen ohne Bewegung hat zahlreiche negative Folgen. Regelmäßige Mobilisation beugt einer ganzen Reihe von Komplikationen vor: dem Wundliegen (Dekubitus), der Lungenentzündung, Thrombosen, dem Abbau von Muskulatur und Knochen sowie Gelenkversteifungen (Kontrakturen). Zugleich fördert sie den Kreislauf, die Atmung und die Verdauung, verbessert das Wohlbefinden und kann den Tag strukturieren.
Welche Rolle spielt Mobilisation beim Weaning? Bei beatmeten Menschen kann eine konsequente Mobilisation das Weaning unterstützen: Eine bessere körperliche Verfassung und eine gekräftigte Muskulatur erleichtern die Entwöhnung vom Beatmungsgerät. Bewegung und Atmung hängen eng zusammen, weshalb Mobilisation und Atemtherapie häufig kombiniert werden.
Wie wird mobilisiert? Die Mobilisation wird individuell an die Belastbarkeit, den Gesundheitszustand und die Tagesform angepasst und häufig gemeinsam mit der Physiotherapie geplant und durchgeführt. Dabei werden Sicherheit und alle angeschlossenen Geräte, Schläuche und Zugänge sorgfältig berücksichtigt. Wichtig ist die Erkenntnis, dass auch kleine Fortschritte zählen: Schon der Wechsel vom Liegen zum Sitzen, das Sitzen an der Bettkante oder das Bewegen einzelner Gliedmaßen kann viel bewirken und ist oft der erste Schritt zu mehr Aktivität. Im Sinne der aktivierenden Pflege wird die eigene Bewegungsfähigkeit gezielt gefördert, statt sie durch ständiges Abnehmen verkümmern zu lassen. Mobilisation ist damit weit mehr als ein „Bewegen“ – sie ist ein zentraler Baustein für Gesundheit, Komplikationsvermeidung und Lebensqualität.
Siehe auch: Aktivierende Pflege, Lagerung (Positionierung), Kontrakturprophylaxe, Thromboseprophylaxe