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Mobilisation

Mobilisation umfasst alle Maßnahmen, die einen Menschen in Bewegung bringen und in Bewegung halten. Das Spektrum reicht vom schonenden Umlagern und Aufsetzen im Bett über das Sitzen an der Bettkante und im Stuhl oder Rollstuhl bis hin zu Steh- und Gehübungen. Bewegung ist auch bei schwer kranken und beatmeten Menschen erstaunlich wirksam und sollte deshalb so früh und so viel wie möglich erfolgen.

Warum ist Mobilisation so wichtig? Längeres Liegen ohne Bewegung hat zahlreiche negative Folgen. Regelmäßige Mobilisation beugt einer ganzen Reihe von Komplikationen vor: dem Wundliegen (Dekubitus), der Lungenentzündung, Thrombosen, dem Abbau von Muskulatur und Knochen sowie Gelenkversteifungen (Kontrakturen). Zugleich fördert sie den Kreislauf, die Atmung und die Verdauung, verbessert das Wohlbefinden und kann den Tag strukturieren.

Welche Rolle spielt Mobilisation beim Weaning? Bei beatmeten Menschen kann eine konsequente Mobilisation das Weaning unterstützen: Eine bessere körperliche Verfassung und eine gekräftigte Muskulatur erleichtern die Entwöhnung vom Beatmungsgerät. Bewegung und Atmung hängen eng zusammen, weshalb Mobilisation und Atemtherapie häufig kombiniert werden.

Wie wird mobilisiert? Die Mobilisation wird individuell an die Belastbarkeit, den Gesundheitszustand und die Tagesform angepasst und häufig gemeinsam mit der Physiotherapie geplant und durchgeführt. Dabei werden Sicherheit und alle angeschlossenen Geräte, Schläuche und Zugänge sorgfältig berücksichtigt. Wichtig ist die Erkenntnis, dass auch kleine Fortschritte zählen: Schon der Wechsel vom Liegen zum Sitzen, das Sitzen an der Bettkante oder das Bewegen einzelner Gliedmaßen kann viel bewirken und ist oft der erste Schritt zu mehr Aktivität. Im Sinne der aktivierenden Pflege wird die eigene Bewegungsfähigkeit gezielt gefördert, statt sie durch ständiges Abnehmen verkümmern zu lassen. Mobilisation ist damit weit mehr als ein „Bewegen“ – sie ist ein zentraler Baustein für Gesundheit, Komplikationsvermeidung und Lebensqualität.

Siehe auch: Aktivierende Pflege, Lagerung (Positionierung), Kontrakturprophylaxe, Thromboseprophylaxe

Magensonde (nasogastrale Sonde)

Eine Magensonde – fachlich nasogastrale Sonde – ist ein dünner, flexibler Schlauch, der über die Nase, durch den Rachen und die Speiseröhre bis in den Magen geführt wird. Über sie können Sondennahrung, Flüssigkeit und Medikamente verabreicht werden, wenn die Aufnahme über den Mund nicht oder nicht sicher möglich ist. In bestimmten Situationen dient sie auch dazu, Mageninhalt abzuleiten.

Wann wird eine Magensonde eingesetzt? Sie eignet sich vor allem für eine vorübergehende künstliche Ernährung – etwa in einer Akutphase, nach einer Operation oder in einer Übergangszeit, bis sich die Schluckfähigkeit erholt oder ein dauerhafter Zugang geschaffen wird. Da sie ohne Eingriff gelegt werden kann, ist sie schnell verfügbar.

Worin liegt der Unterschied zur PEG-Sonde? Ist absehbar, dass die künstliche Ernährung über längere Zeit nötig sein wird, wird häufig von der Magensonde auf eine PEG-Sonde durch die Bauchdecke umgestellt. Die PEG ist auf Dauer komfortabler, unauffälliger und weniger störanfällig, während eine lange liegende Magensonde durch die Nase Druckstellen verursachen und als unangenehm empfunden werden kann. Die Magensonde ist also eher die Lösung für den kürzeren Zeitraum.

Worauf achtet die Pflege bei einer Magensonde? Wichtig ist zunächst die Kontrolle der korrekten Lage, denn die Sonde muss zuverlässig im Magen liegen, bevor Nahrung gegeben wird. Hinzu kommen die hygienische Verabreichung der Nahrung, die oberkörperhohe Lagerung zur Vermeidung von Aspiration, die Beobachtung der Verträglichkeit, das regelmäßige Spülen der Sonde sowie die sorgfältige Pflege und Beobachtung der Nase, um Druckstellen und Reizungen vorzubeugen. Die Magensonde wird gut fixiert, damit sie nicht verrutscht. So gewährleistet sie eine sichere, vorübergehende Versorgung mit Nährstoffen, Flüssigkeit und Medikamenten und überbrückt die Zeit, bis entweder wieder oral gegessen werden kann oder eine dauerhaftere Lösung gefunden ist.

Für Angehörige ist gut zu wissen, dass die Magensonde meist eine vorübergehende Lösung ist – bei längerfristigem Bedarf wird in der Regel auf eine komfortablere PEG-Sonde umgestellt. Die Pflege kontrolliert regelmäßig die korrekte Lage, sorgt für eine oberkörperhohe Lagerung zur Vermeidung von Aspiration, spült die Sonde und achtet auf Druckstellen an der Nase. So bleibt die vorübergehende Ernährung über die Sonde sicher, bis wieder oral gegessen werden kann oder eine dauerhaftere Lösung gefunden ist.

Siehe auch: PEG-Sonde (perkutane endoskopische Gastrostomie), Enterale Ernährung

Lagerung (Positionierung)

Lagerung – auch Positionierung genannt – bezeichnet das gezielte und regelmäßige Verändern der Körperposition im Bett, im Stuhl oder im Rollstuhl. Was auf den ersten Blick einfach wirkt, ist in der Intensivpflege eine durchdachte, planvolle Maßnahme mit gleich mehreren wichtigen Funktionen.

Welche Ziele verfolgt die Lagerung? Sie entlastet die Haut und beugt damit Druckstellen (Dekubitus) vor, indem der Druck regelmäßig von gefährdeten Körperstellen genommen wird. Sie unterstützt die Atmung und die Belüftung verschiedener Lungenabschnitte und kann so der Bildung von Atelektasen und Lungenentzündungen vorbeugen. Sie fördert das Lösen und Abfließen von Sekret, unterstützt die Durchblutung, beugt Kontrakturen vor und kann Schmerzen und Verspannungen lindern.

Welche Lagerungstechniken gibt es? Je nach Ziel kommen unterschiedliche Positionen zum Einsatz – etwa Seitenlagerungen (auch in schräger Form), die Oberkörperhochlagerung zur Erleichterung der Atmung, atemstimulierende oder atemunterstützende Positionen sowie spezielle Lagerungen zur Druckentlastung bestimmter Körperstellen. Bei beatmeten Menschen ist außerdem eine aufrechte Lagerung beim und nach dem Essen wichtig, um Aspirationen zu vermeiden.

Wie wird die Lagerung gestaltet? Wie oft und in welcher Form umgelagert wird, richtet sich nach dem individuellen Risiko und Bedarf – das Spektrum reicht von häufigen kleinen Positionswechseln bis zu größeren Umlagerungen in festgelegten Abständen. Wichtig ist, dass die Lagerung schonend, sicher und für den Menschen möglichst angenehm erfolgt und dass dabei Schläuche, Kanüle, Sonden und Katheter nicht verrutschen oder unter Zug geraten. Lagerungshilfsmittel wie Kissen, Rollen und spezielle Matratzen unterstützen die richtige Positionierung. Die Lagerung gehört damit zu den grundlegenden und zugleich wirkungsvollsten pflegerischen Maßnahmen und vereint Dekubitusprophylaxe, Pneumonieprophylaxe und Kontrakturprophylaxe in einem durchdachten Konzept.

Beim Lagern wird sorgfältig darauf geachtet, dass Schläuche, Trachealkanüle, Sonden und Katheter nicht verrutschen oder unter Zug geraten. Lagerungshilfsmittel wie Kissen, Rollen und spezielle Matratzen unterstützen die richtige Positionierung und den Komfort. Für Angehörige, die beim Lagern helfen möchten, sind eine gute Anleitung und rückenschonende Techniken wichtig. Eine durchdachte Lagerung vereint Dekubitus-, Pneumonie- und Kontrakturprophylaxe und gehört damit zu den grundlegenden und zugleich wirkungsvollsten pflegerischen Maßnahmen.

Siehe auch: Dekubitus und Dekubitusprophylaxe, Mobilisation, Pneumonieprophylaxe

Krankenbeobachtung

Krankenbeobachtung ist die fortlaufende, aufmerksame und fachkundige Beobachtung des Gesundheitszustands durch die Pflegefachkraft. Sie ist eine der wichtigsten und zugleich anspruchsvollsten Aufgaben in der Intensivpflege, weil sie über das bloße Ablesen von Messwerten weit hinausgeht.

Was wird beobachtet? Die Krankenbeobachtung umfasst eine Vielzahl von Zeichen: die Atmung (Frequenz, Tiefe, Geräusche, Anstrengung), die Hautfarbe (etwa eine bläuliche Verfärbung als Zeichen von Sauerstoffmangel), das Bewusstsein und die Reaktionsfähigkeit, den Kreislauf, die Körpertemperatur, die Ausscheidung, das Sekret, Schmerzäußerungen, das Verhalten sowie die Werte der Überwachungsgeräte. Auch feine Veränderungen – etwa zunehmende Unruhe, vermehrtes Schwitzen oder eine veränderte Mimik – werden wahrgenommen und eingeordnet.

Warum ist die Krankenbeobachtung so entscheidend? Ihr Ziel ist es, Veränderungen und Verschlechterungen frühzeitig zu erkennen – idealerweise, bevor es zu einem akuten Notfall kommt. Bei beatmeten Menschen kann sich der Zustand rasch ändern, und kleine Hinweise können große Bedeutung haben: Eine leicht veränderte Atmung, etwas mehr Sekret oder eine zunehmende Unruhe können erste Anzeichen einer beginnenden Komplikation sein. Wer diese Zeichen früh erkennt, kann rechtzeitig handeln.

Wie ergänzen sich Mensch und Technik? Die geschulte menschliche Beobachtung ergänzt die technische Überwachung durch Monitore. Geräte erfassen Messwerte und schlagen bei Grenzwertüberschreitungen Alarm, aber erst die erfahrene Pflegekraft deutet diese Werte im Gesamtbild, unterscheidet einen harmlosen Fehlalarm von einer echten Gefahr und leitet die richtigen Maßnahmen ein. Die Krankenbeobachtung ist damit das eigentliche Frühwarnsystem der Intensivpflege – ein Zusammenspiel aus Fachwissen, Erfahrung, Aufmerksamkeit und Intuition. Ihre Ergebnisse werden in der Pflegedokumentation festgehalten, sodass der Verlauf nachvollziehbar bleibt und Veränderungen über die Zeit erkennbar werden.

Siehe auch: Monitoring, Vitalfunktionen / Vitalparameter, Interventionsbereitschaft

Kontrakturprophylaxe

Eine Kontraktur ist die dauerhafte Versteifung eines Gelenks in einer Fehlstellung. Sie entsteht, wenn ein Gelenk über längere Zeit nicht ausreichend bewegt wird: Muskeln, Sehnen, Bänder und Gelenkkapsel verkürzen und verkleben, sodass sich das Gelenk schließlich nicht mehr vollständig bewegen lässt. Eine ausgeprägte Kontraktur kann ein Gelenk weitgehend unbeweglich machen.

Wer ist gefährdet? Besonders gefährdet sind bettlägerige und stark bewegungseingeschränkte Menschen – etwa nach einem Schlaganfall, bei Lähmungen, bei fortgeschrittenen neuromuskulären Erkrankungen oder im Wachkoma. Auch Schmerzen oder eine ständige Schonhaltung können dazu führen, dass Gelenke nicht mehr ausreichend bewegt werden.

Welche Folgen haben Kontrakturen? Sie verschlechtern die Beweglichkeit erheblich, können Schmerzen verursachen und erschweren die Pflege – etwa das Waschen, Ankleiden oder Lagern. Eine versteifte Hand oder ein versteiftes Bein kann zudem die verbliebene Selbstständigkeit und die Möglichkeiten zur Mobilisation einschränken. Einmal entstandene Kontrakturen lassen sich nur schwer wieder rückgängig machen.

Wie beugt man Kontrakturen vor? Die Kontrakturprophylaxe setzt deshalb konsequent auf Vorbeugung. Wichtigste Maßnahme ist die regelmäßige Bewegung aller Gelenke – aktiv durch den Menschen selbst, soweit möglich, oder passiv durch die Pflegekraft, die die Gelenke behutsam durchbewegt. Hinzu kommen eine korrekte, physiologische Lagerung in Funktionsstellung, gezielte Bewegungsübungen, der Einsatz geeigneter Hilfsmittel sowie die enge Zusammenarbeit mit der Physiotherapie. Auch eine möglichst aktive Mobilisation trägt zur Vorbeugung bei. Die Kontrakturprophylaxe wird – ähnlich wie die Dekubitus- und Thromboseprophylaxe – in den täglichen Pflegeablauf integriert und an die individuelle Situation angepasst. Ziel ist es, die Beweglichkeit so gut wie möglich zu erhalten und damit Schmerzen, Pflegeerschwernisse und einen weiteren Verlust an Selbstständigkeit zu vermeiden.

Weil sich einmal entstandene Kontrakturen nur schwer wieder lösen lassen, ist die konsequente, tägliche Vorbeugung so wichtig. Viele Maßnahmen – etwa das behutsame Durchbewegen der Gelenke oder kleine Bewegungsübungen – lassen sich nach Anleitung auch von Angehörigen unterstützen und in den Alltag einbauen. Die konkrete Gestaltung wird mit der Physiotherapie abgestimmt und an die individuelle Situation angepasst. So bleibt die Beweglichkeit so gut wie möglich erhalten, was Schmerzen vorbeugt und die Pflege und Mobilisation erleichtert.

Siehe auch: Mobilisation, Lagerung (Positionierung), Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie

Kapnometrie / Kapnographie

Die Kapnometrie ist ein Messverfahren, mit dem bestimmt wird, wie viel Kohlendioxid (CO₂) ein Mensch ausatmet. Aus diesem Wert lässt sich ableiten, wie gut die Atmung beziehungsweise Beatmung funktioniert – denn der CO₂-Gehalt der Ausatemluft zeigt an, ob der Körper das anfallende Kohlendioxid ausreichend abatmet. Wird der Verlauf des CO₂ als fortlaufende Kurve dargestellt, spricht man von Kapnographie.

Wie wird gemessen? Die Messung erfolgt schmerzfrei und kontinuierlich, meist direkt am Beatmungssystem zwischen Trachealkanüle (oder Maske) und Beatmungsschlauch. Ein Sensor erfasst dabei den CO₂-Gehalt der ausgeatmeten Luft, häufig wird ein Endwert am Ende der Ausatmung angegeben.

Warum ist die Kapnometrie ein wichtiges Überwachungsinstrument? Ein ansteigender CO₂-Wert kann frühzeitig auf eine unzureichende Beatmung, eine Erschöpfung der Atmung, eine Verlegung der Atemwege oder eine andere Störung hinweisen – oft sogar bevor die Sauerstoffsättigung abfällt. Umgekehrt kann ein plötzlicher Abfall des gemessenen CO₂ ein Warnsignal sein, etwa für eine Diskonnektion der Schläuche oder einen Atemstillstand. Die Kapnographie liefert über die Kurvenform zusätzliche Hinweise auf die Atemsituation.

Wie fügt sich die Kapnometrie in die Überwachung ein? Sie ergänzt die Pulsoximetrie, die den Sauerstoff misst, um die Information über das Kohlendioxid – beide zusammen erfassen die beiden zentralen „Atemgase“. Während die kontinuierliche Kapnometrie laufend Trends zeigt, liefert die Blutgasanalyse exakte Einzelwerte aus dem Blut. Gemeinsam ergeben diese Verfahren ein umfassendes Bild des Gasaustauschs. Für die Pflege ist die Kapnometrie ein wertvolles Frühwarnsystem: Sie hilft, Probleme rechtzeitig zu erkennen, die Beatmung sicher zu steuern und im Zweifel rasch zu reagieren. Gerade bei beatmeten Menschen mit chronischer Kohlendioxidproblematik ist die kontinuierliche CO₂-Überwachung ein wichtiger Sicherheitsbaustein.

Für Angehörige ist die Kapnometrie ein beruhigendes Sicherheitsnetz: Ein plötzlicher Abfall des gemessenen CO₂ kann etwa auf eine Diskonnektion der Schläuche hinweisen, ein Anstieg auf eine unzureichende Beatmung – beides oft, bevor es spürbar wird. Die Geräte schlagen in solchen Fällen Alarm. Wichtig ist, Alarme ernst zu nehmen und die eingeübten Schritte zu befolgen. Gemeinsam mit der Pulsoximetrie und der Blutgasanalyse ermöglicht die Kapnometrie eine umfassende, frühzeitige Überwachung des Gasaustauschs.

Siehe auch: Blutgasanalyse (BGA), Pulsoximetrie, Monitoring, Hyperkapnie und Hypoxie

Interventionsbereitschaft

Interventionsbereitschaft beschreibt das zentrale, definierende Merkmal der außerklinischen Intensivpflege: Eine qualifizierte Pflegefachkraft ist ständig anwesend und jederzeit in der Lage, sofort einzugreifen, wenn eine lebensbedrohliche Situation eintritt. Sie ist gewissermaßen das, was die Intensivpflege von anderen, stundenweisen Pflegeformen unterscheidet.

Warum ist ständige Interventionsbereitschaft notwendig? Bei beatmeten oder trachealkanülierten Menschen kann ein Notfall ohne Vorwarnung eintreten – etwa eine Verlegung oder Diskonnektion der Atemwege, eine verstopfte Trachealkanüle, ein Geräteausfall, ein plötzlicher Abfall der Sauerstoffsättigung oder ein Krampfanfall. In solchen Momenten zählt jede Sekunde: Ein verzögertes Eingreifen kann lebensbedrohlich sein. Deshalb ist eine kontinuierliche, oft lückenlose Präsenz erforderlich, nicht nur eine Erreichbarkeit auf Abruf.

Was bedeutet das für die Versorgung? Die Interventionsbereitschaft ist eine der Voraussetzungen, die den hohen Versorgungs- und Personalaufwand der außerklinischen Intensivpflege begründen – und damit auch die Genehmigung und Finanzierung der Leistung durch die Krankenkasse. Sie erklärt, warum in der Intensivpflege in der Regel eine Eins-zu-eins-Betreuung oder in der Wohngemeinschaft eine durchgehende fachliche Präsenz erforderlich ist.

Was verlangt Interventionsbereitschaft von den Pflegekräften? Sie erfordert nicht nur fundiertes Fachwissen über Beatmung, Notfälle und Geräte, sondern auch dauerhafte Aufmerksamkeit, eine gute Krankenbeobachtung und die Fähigkeit, im Ernstfall ruhig, schnell und routiniert zu handeln. Dazu gehört, Warnzeichen früh zu erkennen, Alarme richtig zu deuten und die nötigen Maßnahmen sicher zu beherrschen. Eine stets griffbereite Notfallausrüstung und klare Notfallpläne unterstützen die Interventionsbereitschaft. Für Betroffene und Angehörige bedeutet diese ständige fachliche Einsatzbereitschaft vor allem eines: Sicherheit – das beruhigende Wissen, dass im Ernstfall jederzeit kompetente Hilfe unmittelbar vor Ort ist.

Siehe auch: Notfallmanagement, Krankenbeobachtung, Außerklinische Intensivpflege

Hygiene und Händedesinfektion

Hygiene ist in der außerklinischen Intensivpflege überlebenswichtig, denn schwer kranke und beatmete Menschen haben oft ein geschwächtes Immunsystem und sind dadurch besonders infektionsanfällig. Hinzu kommt, dass künstliche Zugänge wie Trachealkanüle, Sonden und Katheter natürliche Schutzbarrieren des Körpers umgehen und damit Eintrittspforten für Keime schaffen.

Welche Hygienemaßnahme ist die wichtigste? Mit Abstand am wirksamsten ist die hygienische Händedesinfektion. Sie wird vor und nach jedem Kontakt mit dem Menschen sowie vor jeder pflegerischen Tätigkeit durchgeführt, insbesondere vor dem Umgang mit Kanüle, Wunden, Sonden und beim Absaugen. Die Hände sind der häufigste Übertragungsweg für Krankheitserreger – ihre gründliche Desinfektion verhindert deshalb einen großen Teil vermeidbarer Infektionen.

Was gehört noch zu einem guten Hygienekonzept? Dazu zählen sauberes, möglichst keimarmes Arbeiten bei allen Maßnahmen an Kanüle, Tracheostoma, Sonden, Kathetern und Wunden, die korrekte Aufbereitung und Lagerung von Materialien, das Tragen von Schutzhandschuhen und Schürzen in bestimmten Situationen, die regelmäßige Flächendesinfektion sowie ein durchdachter Umgang mit Abfall und Wäsche. Auch die Vermeidung der Übertragung multiresistenter Erreger wie MRSA ist Teil des Konzepts.

Wen schützt die Hygiene? Konsequente Hygiene schützt nicht nur die intensivpflegebedürftigen Menschen selbst, sondern auch die Angehörigen und die Pflegekräfte, und sie verhindert die Weitergabe von Keimen. Sie ist damit ein fester und unverzichtbarer Bestandteil des Qualitätsmanagements eines Intensivpflegedienstes. Auch Angehörige, die in die Versorgung eingebunden sind, werden in den richtigen Umgang mit Händedesinfektion und Hygiene eingewiesen. Gute Hygiene ist dabei kein Zeichen von Übervorsicht, sondern gelebte Verantwortung: Sie senkt das Risiko schwerwiegender Infektionen erheblich und trägt so unmittelbar zur Sicherheit und Stabilität der Versorgung bei.

Auch Angehörige, die in die Versorgung eingebunden sind, werden in den richtigen Umgang mit Händedesinfektion und Hygiene eingewiesen – das ist kein Zeichen von Übervorsicht, sondern gelebte Verantwortung. Schon die konsequente Händedesinfektion vor und nach pflegerischen Tätigkeiten verhindert einen großen Teil vermeidbarer Infektionen. Gute Hygiene schützt den intensivpflegebedürftigen Menschen, die Angehörigen und die Pflegekräfte gleichermaßen und trägt damit unmittelbar zur Stabilität und Sicherheit der Versorgung bei.

Siehe auch: MRSA und multiresistente Erreger, Wundversorgung, Absaugen

Hilfsmittel und Pflegehilfsmittel

Hilfsmittel sind Geräte und Gegenstände, die eine Behinderung oder Funktionseinschränkung ausgleichen, eine Behandlung sichern oder die Pflege überhaupt erst ermöglichen. In der außerklinischen Intensivpflege spielen sie eine zentrale Rolle, denn ohne die passende Ausstattung wäre eine sichere Versorgung außerhalb der Klinik nicht möglich.

Welche Hilfsmittel sind in der Intensivpflege wichtig? Dazu zählen vor allem medizinische Geräte wie das Beatmungsgerät, das Absauggerät, die Sauerstoffversorgung und der Überwachungsmonitor. Hinzu kommen pflegeerleichternde Hilfsmittel wie ein Pflegebett, ein Patientenlifter, ein Rollstuhl, eine Anti-Dekubitus-Matratze sowie Hilfsmittel zur Lagerung, Mobilisation und Kommunikation. Viele dieser Geräte müssen jederzeit zuverlässig funktionieren, weshalb Wartung und einsatzbereite Ersatzgeräte wichtig sind.

Was sind Pflegehilfsmittel zum Verbrauch? Davon zu unterscheiden sind die Pflegehilfsmittel zum Verbrauch – etwa Einmalhandschuhe, Händedesinfektionsmittel, Schutzschürzen, Mundschutz und Bettschutzeinlagen –, die regelmäßig benötigt und nachgeliefert werden. Sie sind besonders für Hygiene und Infektionsschutz von Bedeutung.

Wer übernimmt die Kosten? Die Kostenübernahme ist je nach Hilfsmittel unterschiedlich geregelt. Medizinische Hilfsmittel, die der Behandlung dienen, laufen häufig über die Krankenkasse; Pflegehilfsmittel zur Erleichterung der Pflege über die Pflegekasse. Für viele Hilfsmittel ist eine ärztliche Verordnung und gegebenenfalls eine Genehmigung erforderlich. Versorgt werden Betroffene meist über Sanitätshäuser und Homecare-Unternehmen in Zusammenarbeit mit dem Pflegedienst, der den Bedarf erkennt und die Versorgung koordiniert. Entscheidend für eine sichere und komfortable Versorgung sind die richtige Auswahl, die individuelle Anpassung, die Einweisung in den Gebrauch und die regelmäßige Wartung der Hilfsmittel. Defekte oder unpassende Geräte müssen umgehend repariert oder ersetzt werden. Bei Fragen zur Hilfsmittelversorgung und zur Kostenübernahme helfen die Krankenkasse, die Pflegekasse oder eine Pflegeberatung weiter.

Siehe auch: Kostenträger, Respirator (Beatmungsgerät), Eigenanteil und Finanzierung

Grundpflege

Die Grundpflege umfasst die alltägliche, körperbezogene Versorgung eines Menschen. Dazu gehören die Hilfe bei der Körperpflege und beim Waschen, beim An- und Auskleiden, beim Essen und Trinken, bei der Bewegung und Lagerung sowie bei der Ausscheidung. Die Grundpflege sichert Hygiene, Wohlbefinden und Würde und bildet die Basis jeder pflegerischen Versorgung.

Wie unterscheidet sich die Grundpflege von der Behandlungspflege? Die Behandlungspflege umfasst die ärztlich angeordneten, medizinischen Maßnahmen – etwa Beatmung, Absaugen, Wundversorgung oder Medikamentengabe. Die Grundpflege betrifft demgegenüber die grundlegenden Verrichtungen des täglichen Lebens. In der Praxis lassen sich beide oft nicht trennen, sondern gehen Hand in Hand.

Wie ist das in der Intensivpflege? Hier ist die Grundpflege eng mit der medizinischen Versorgung verwoben. Beim Waschen wird zum Beispiel zugleich die Haut auf Druckstellen kontrolliert (Dekubitusprophylaxe), beim Umlagern werden Atmung und Durchblutung unterstützt, bei der Mundpflege wird zugleich der Pneumonieprophylaxe gedient. So wird aus jeder grundpflegerischen Handlung zugleich ein Beitrag zur Sicherheit und Gesundheit.

Welche Haltung steht hinter guter Grundpflege? Gute Grundpflege orientiert sich am Prinzip der aktivierenden Pflege: Sie bezieht die Betroffenen so weit wie möglich ein, lässt ihnen Zeit, respektiert ihre Gewohnheiten, ihre Schamgrenzen und ihre Wünsche – etwa zu Tagesablauf, Pflegeprodukten oder der Art, wie etwas getan wird. Gerade die Grundpflege berührt sehr persönliche, intime Bereiche; ein einfühlsamer, respektvoller Umgang ist deshalb besonders wichtig. So wird aus einer scheinbaren Routinetätigkeit ein bedeutsamer Beitrag zu Lebensqualität, Sicherheit und Selbstbestimmung. In der außerklinischen Intensivpflege bietet die Grundpflege zudem viele Gelegenheiten für Nähe, Gespräch und eine vertrauensvolle Beziehung zwischen Pflegekraft und Mensch – ein Aspekt, der für das Wohlbefinden ebenso zählt wie die fachliche Sicherheit.

Siehe auch: Behandlungspflege, Aktivierende Pflege, Dekubitus und Dekubitusprophylaxe