PEEP steht für „positiver endexspiratorischer Druck“ – einen leichten Restdruck, den das Beatmungsgerät am Ende der Ausatmung in der Lunge aufrechterhält. Ohne diesen Druck würden am Ende jeder Ausatmung viele Lungenbläschen (Alveolen) zusammenfallen. Der PEEP wirkt dem entgegen: Er hält die Alveolen offen und damit am Gasaustausch beteiligt.
Warum ist der PEEP so wichtig? Indem er die Lungenbläschen offen hält, vergrößert er die für den Gasaustausch nutzbare Lungenfläche und verbessert so die Sauerstoffaufnahme. Gleichzeitig beugt er Atelektasen vor, also dem Zusammenfallen von Lungenabschnitten, und stabilisiert insgesamt den Gasaustausch. Der PEEP ist deshalb einer der grundlegenden Einstellwerte praktisch jeder Beatmung.
Kann ein PEEP auch schaden? Ja, die richtige Dosierung ist entscheidend. Ein angemessener PEEP ist hilfreich und schonend. Ist er jedoch zu hoch eingestellt, kann er den Kreislauf belasten, weil er den Druck im Brustkorb erhöht und so den Rückfluss des Blutes zum Herzen beeinträchtigen kann; außerdem kann ein zu hoher Druck das Lungengewebe überdehnen. Deshalb wird der PEEP individuell und sorgfältig an die jeweilige Situation angepasst.
Spielt das Prinzip auch bei der nicht-invasiven Beatmung eine Rolle? Ja. Die CPAP-Therapie beruht im Kern auf einem kontinuierlichen positiven Atemwegsdruck und nutzt damit dasselbe Grundprinzip – das Offenhalten der Atemwege durch Druck. Wer also das Prinzip des PEEP verstanden hat, versteht auch, warum CPAP bei Schlafapnoe und bestimmten Lungenproblemen wirkt. Der passende PEEP wird ärztlich festgelegt; die Pflegefachkräfte überwachen im Rahmen des Monitorings, ob die Beatmung mit dem eingestellten PEEP gut vertragen wird, ob die Sauerstoffwerte stimmen und ob der Kreislauf stabil bleibt. Gemeinsam mit Atemzugvolumen, Druck und Atemfrequenz bestimmt der PEEP, wie wirksam und zugleich lungenschonend die Beatmung ist.
Für Angehörige ist vor allem wichtig zu wissen, dass der PEEP – wie alle Beatmungseinstellungen – sorgfältig vom Arzt festgelegt wird und nicht eigenmächtig verändert werden darf. Die Pflege überwacht laufend, ob die Beatmung mit dem eingestellten PEEP gut vertragen wird und die Sauerstoffwerte stimmen. Ungewohnte Alarme oder Veränderungen der Atmung sollten umgehend gemeldet werden. So bleibt der PEEP ein wirksames, schonendes Werkzeug, um die Lunge offen zu halten und den Gasaustausch zu sichern.
Siehe auch: Beatmungsmodus, Atelektase, Respirator (Beatmungsgerät), Atemzugvolumen (Tidalvolumen)