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Weaning

Weaning ist der Fachbegriff für die schrittweise Entwöhnung von der maschinellen Beatmung. Das englische Wort bedeutet wörtlich „Entwöhnen“. Beim Weaning wird die Unterstützung durch das Beatmungsgerät nach und nach reduziert, während die eigene Atemmuskulatur wieder trainiert und gekräftigt wird – mit dem Ziel, dass der Mensch im besten Fall wieder vollständig selbst atmen kann.

Warum ist Weaning so wichtig? Eine dauerhafte Beatmung ist mit Aufwand, Risiken und Einschränkungen verbunden. Wer von der Beatmung entwöhnt werden kann, gewinnt deutlich an Freiheit, Sicherheit und Lebensqualität. Das IPReG hat dieses Ziel bewusst in den Mittelpunkt gestellt: Bei beatmeten Menschen soll regelmäßig geprüft werden, ob ein Weaning möglich ist. Diese Prüfung erfolgt im Rahmen der Potenzialerhebung.

Wie läuft Weaning ab? Weaning ist oft ein längerer, geduldiger Prozess, der eng überwacht und an die Belastbarkeit angepasst wird. Typischerweise wechseln sich Phasen mit Geräteunterstützung und Phasen der Eigenatmung ab, wobei die Eigenatmungsphasen schrittweise verlängert werden. Dabei ist Geduld wichtig, denn Rückschläge gehören oft dazu. Unterstützt wird das Weaning durch Atemtherapie, regelmäßige Mobilisation, eine gute Ernährung zur Kräftigung der Muskulatur und – bei invasiver Beatmung – durch eine angepasste Trachealkanülen- und Cuff-Strategie.

Was passiert bei erfolgreichem Weaning? Gelingt die Entwöhnung, kann bei invasiv beatmeten Menschen häufig anschließend auch die Trachealkanüle entfernt werden (Dekanülierung), sofern Atmung und Schlucken sicher sind. Nicht bei jedem Menschen ist ein vollständiges Weaning möglich; manchmal gelingt zumindest eine Verkürzung der täglichen Beatmungszeit, was bereits ein wichtiger Fortschritt sein kann. Ob und in welchem Umfang ein Entwöhnungspotenzial besteht, wird in der außerklinischen Intensivpflege fortlaufend mitbeurteilt. Erfolgreiches Weaning bedeutet für Betroffene meist einen großen Zugewinn an Selbstständigkeit und Lebensqualität.

Siehe auch: Potenzialerhebung, Dekanülierung, Beatmung (maschinelle Beatmung), Atemtherapie