Eine Trachealkanüle ist ein kurzes, leicht gebogenes Röhrchen, das durch das Tracheostoma in die Luftröhre eingesetzt wird und den künstlichen Atemweg offen hält. Über sie kann der Mensch beatmet und abgesaugt werden. Die Trachealkanüle ist damit das zentrale Hilfsmittel bei der invasiven Beatmung.
Welche Arten von Trachealkanülen gibt es? Das Angebot ist vielfältig und wird individuell ausgewählt. Es gibt Kanülen mit oder ohne Cuff (die aufblasbare Manschette zur Abdichtung), Kanülen mit herausnehmbarer Innenkanüle, die die Reinigung erleichtert, gefensterte Kanülen, die das Sprechen unterstützen können, sowie verschiedene Größen, Längen und Materialien. Welche Kanüle passt, hängt von der Anatomie, der Erkrankung, dem Beatmungsbedarf und den Therapiezielen ab.
Warum ist die Pflege der Trachealkanüle so anspruchsvoll? Die Versorgung der Trachealkanüle gehört zu den Kernaufgaben der Beatmungspflege und erfordert besondere Sorgfalt. Dazu zählen die regelmäßige Reinigung beziehungsweise der Wechsel der Innenkanüle, der fachgerechte Wechsel der gesamten Kanüle, die Pflege und Beobachtung der Haut rund um das Stoma, eine gute Atemluftbefeuchtung, die Kontrolle des Cuff-Drucks und das bedarfsgerechte Absaugen. Sauberes, hygienisches Arbeiten ist entscheidend, um Infektionen, Druckstellen und eine Verlegung der Kanüle zu vermeiden.
Worauf wird im Verlauf geachtet? Neben der täglichen Versorgung verfolgt das Trachealkanülenmanagement ein übergeordnetes Ziel: Es wird regelmäßig geprüft, ob die Kanüle langfristig nötig bleibt oder ob durch Entblockung, Sprechventiltraining und Schluckaufbau eine Dekanülierung möglich wird. Diese Prüfung erfolgt im Rahmen der Potenzialerhebung. Für Angehörige, die in die Versorgung eingebunden werden möchten, wird der sichere Umgang mit der Trachealkanüle besonders gründlich und geduldig angeleitet, da Fehler hier ernste Folgen haben können.
Für Angehörige, die in die Versorgung eingebunden werden möchten, wird der sichere Umgang mit der Trachealkanüle besonders gründlich und geduldig angeleitet, da Fehler hier ernste Folgen haben können. Halten Sie stets eine passende Ersatzkanüle und die nötige Notfallausrüstung bereit. Achten Sie auf Warnzeichen wie zunehmende Atemnot, ungewohnte Geräusche oder verändertes Sekret und informieren Sie umgehend die Pflegekraft. Mit guter Schulung und klaren Abläufen lässt sich die anspruchsvolle Kanülenversorgung sicher gestalten.
Siehe auch: Tracheostoma, Cuff, Invasive Beatmung, Absaugen, Dekanülierung