Bei der maschinellen oder künstlichen Beatmung übernimmt ein Beatmungsgerät, der sogenannte Respirator, die Atemarbeit ganz oder teilweise. Notwendig wird das, wenn die eigene Atmung dauerhaft nicht ausreicht, um den Körper mit genügend Sauerstoff zu versorgen und das anfallende Kohlendioxid abzuatmen. Die Ursachen sind vielfältig – etwa chronische Lungenerkrankungen, neuromuskuläre Erkrankungen mit erschöpfter Atempumpe oder schwere neurologische Schädigungen.
Welche Arten der Beatmung gibt es? Man unterscheidet zwei grundsätzliche Wege. Die invasive Beatmung erfolgt über eine Trachealkanüle, die durch ein Tracheostoma in die Luftröhre führt. Die nicht-invasive Beatmung (NIV) wird dagegen über eine dicht sitzende Maske durchgeführt, ohne künstlichen Zugang in der Luftröhre. Welche Form geeignet ist, hängt von der Erkrankung, der verbliebenen Eigenatmung und der Gesamtsituation ab.
Wie viel Beatmung braucht ein Mensch? Der Bedarf reicht von einer stundenweisen Unterstützung – etwa nur nachts – bis zu einer Beatmung rund um die Uhr. Manche Menschen sind vollständig vom Gerät abhängig, andere können zeitweise selbst atmen. Entsprechend individuell wird die Beatmung eingestellt und im Verlauf angepasst.
Was ermöglicht die Beatmung außerhalb der Klinik? Dank moderner, kompakter und transportabler Beatmungsgeräte ist eine Beatmung heute auch im eigenen Zuhause oder in einer Wohngemeinschaft möglich – die sogenannte Heimbeatmung. Voraussetzung sind qualifizierte Pflegefachkräfte, eine engmaschige Überwachung der Vitalwerte, eine zuverlässige Technik und Stromversorgung sowie ein durchdachtes Notfallmanagement. Ein wichtiges Ziel bleibt dabei stets, regelmäßig zu prüfen, ob die Beatmungszeit verkürzt oder die Beatmung ganz entwöhnt werden kann – diese Prüfung erfolgt im Rahmen der Potenzialerhebung. So verbindet die moderne Beatmungspflege medizinische Sicherheit mit dem Ziel größtmöglicher Selbstständigkeit.
Für Betroffene und Angehörige ist wichtig zu wissen, dass eine Beatmung kein „Endpunkt“, sondern ein veränderbarer Zustand sein kann: Regelmäßig wird geprüft, ob sich die Beatmungszeit verkürzen oder die Beatmung ganz entwöhnen lässt. Moderne Geräte ermöglichen zugleich ein erstaunlich normales Leben – mit Ausflügen, Teilhabe und Aktivität. Entscheidend für die Sicherheit ist die Kombination aus zuverlässiger Technik, qualifizierter Pflege und einem klaren Notfallplan, auf den sich alle Beteiligten verlassen können.
Siehe auch: Invasive Beatmung, NIV (nicht-invasive Beatmung), Respirator (Beatmungsgerät), Heimbeatmung, Beatmungsmodus