Normalerweise übernimmt die Nase eine wichtige Aufgabe: Sie wärmt, befeuchtet und filtert die Atemluft, bevor diese in die Lunge gelangt. Bei einer Beatmung über ein Tracheostoma wird die Nase jedoch vollständig umgangen – die Luft strömt direkt in die Luftröhre. Wird sie dabei nicht künstlich aufbereitet, trocknen die empfindlichen Schleimhäute aus, das Sekret wird zäh, und es können sich Borken bilden, die die Atemwege und die Trachealkanüle verstopfen.
Warum ist die Atemluftbefeuchtung so wichtig? Ohne ausreichende Befeuchtung steigt das Risiko für Sekretstau, Verlegung der Kanüle, Schleimhautschäden und Infektionen. Eine gute Befeuchtung hält das Sekret dünnflüssig, erleichtert das Abhusten und Absaugen und trägt damit wesentlich zur Sicherheit und zum Wohlbefinden bei.
Welche Möglichkeiten gibt es? Grundsätzlich unterscheidet man zwei Wege. Passive Systeme – sogenannte HME-Filter oder „künstliche Nasen“ – werden direkt auf die Trachealkanüle gesetzt. Sie speichern Wärme und Feuchtigkeit der Ausatemluft und geben sie beim nächsten Einatmen wieder ab; viele Modelle filtern zugleich die Luft. Aktive Befeuchtungssysteme sind in das Beatmungsgerät integriert: Sie erwärmen die Luft und reichern sie mit Wasserdampf an, oft über einen beheizten Befeuchtertopf und beheizte Schläuche.
Welches System ist das richtige? Das hängt von der individuellen Situation ab – etwa von der Sekretmenge, der Dauer und Art der Beatmung und davon, wie gut der Mensch die jeweilige Lösung verträgt. Bei sehr zähem Sekret oder langer Beatmung ist häufig eine aktive Befeuchtung sinnvoll, während HME-Filter im mobilen Alltag praktisch sein können. Die Pflegefachkräfte achten auf Anzeichen unzureichender Befeuchtung – etwa zähes, krustiges Sekret – und passen die Befeuchtung entsprechend an. So bleibt ein zentraler Schutzmechanismus der Atemwege auch ohne die natürliche Funktion der Nase erhalten.
Im Alltag zeigt sich eine unzureichende Befeuchtung an zähem, krustigem Sekret, an Borkenbildung und an häufigerem, erschwertem Absaugen. Bemerken Pflegekräfte oder Angehörige solche Zeichen, wird die Befeuchtung angepasst – etwa durch den Wechsel von einem passiven HME-Filter zu einer aktiven Befeuchtung. Auch eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr unterstützt die Befeuchtung von innen. So bleibt ein zentraler Schutzmechanismus der Atemwege erhalten, obwohl die natürliche Funktion der Nase umgangen wird.
Siehe auch: Beatmung (maschinelle Beatmung), Trachealkanüle, Sekretmanagement, Absaugen